Stift Altenburg zeigt "Archöologie im Klösterreich"
Ausgabe: 2000/25, Altenburg
20.06.2000
- Matthäus Fellinger
Der älteste Kachelofen Österreichs steht dort. Seit 1983 wurde im Benediktinerstift Altenburg das mittelalterliche Kloster unter dem jetzigen Barockstift ergraben.
Weite Teile der Grabungsarbeiten der letzten beiden Jahrzehnte wurden nicht wieder – wie sonst üblich – zugeschüttet, sondern restauriert und zugänglich gemacht. Jetzt lädt das Stift ein, den „Fundort Kloster“ in Altenburg (NÖ) zu besuchen. Klosterräume, die Stifterkapelle, aber auch technische Einrichtungen wie die mittelalterliche Heizanlage oder die Fußböden kann man bestaunen. Erst im heurigen Frühjahr wurde die alte „Veitskapelle“ erschlossen und über eine Wendeltreppe zugänglich gemacht. Für diesen Sommer werden neben den in Altenburg selbst ergrabenen Kostbarkeiten Fundstücke aus 31 weiteren Stiften und Klöstern Österreichs gezeigt. Auch Naturliebhaber kommen auf ihre Rechnung. So wurde eigens für die heurige Ausstellung eine Gewürz- und Kräutergarten exakt nach einem Grabungsbefund der Kartause Mauerbach angelegt. Die ausgewählte Bepflanzung war zwischen dem 12. und 15. Jahrhundert in Mitteleuropa heimisch. Wein, Hopfen und Mohn stehen für die Klöster als Landwirtschaftsbetriebe des Mittelalters. Zu sehen sind auch in Mondsee ergrabene hochmittelalterliche Fässer aus Eichenstamm. Sie dienten damals der Konservierung von Fleisch und Fisch. Aufbau und Zerstörung: Beides wird in dem goßteils unterirdischen Rundgang durch die frühesten Epochen des Mönchslebens in Österreich deutlich. Die heutigen Fassaden der Barockstifte wurzeln in oft geheimisumwitterten, doch lebensspendenden Quellen, die bei dieser Ausstellung sichtbar werden.
Die Ausstellung ist bis 1. November, täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet.