Berlin. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Lehmann, kritisierte die Pläne der rot-grünen Koalition, gleichgeschlechtlichen Paaren eine ähnliche Rechtsstellung einzuräumen wie Eheleuten. Dadurch werde die – auch gesetzlich geschützte – Bedeutung von Ehe und Familie völlig ausgehöhlt. Auch der evangelische Bischof Wolfgang Huber sprach sich gegen die geplante Eintragung beim Standesamt aus, weil dadurch homosexuelle Lebensgemeinschaften mit der Ehe verwechselbar würden. Die evangelische Kirche befürwortet allerdings eine gewisse rechtliche Absicherung von homosexuellen Lebensgemeinschaften, die auf Dauer und Verlässlichkeit angelegten sind.
Strafnachlass für Gefangene
Rom/Wien. Papst Johannes Paul hat vergangenen Sonntag bei seinem Besuch im römischen Regina-Coeli-Gefängnis die Staaten aufgefordert, aus Anlass des Heiligen Jahres einen Strafnachlass für alle Häftlinge zu gewähren. Ein solcher Gnadenakt wäre ein Zeichen, das bei den Gefangenen Reue und Gewissenserforschung fördern würde. Christian Kuhn, der Vorsitzende der Gefangenenseelsorger Österreichs, appellierte anlässlich des „Tags der Gefangenen“ an die Regierung, zum Heiligen Jahr eine Sonderamnestie zu erlassen. Er schlug den generellen Erlass eines Strafjahres vor.
Neuer Bischof in Rottenburg
Rottenburg. Papst Johannes Paul hat den vom Domkapitel gewählten 51-jährigen Gebhard Fürst zum Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart ernannt. Fürst war als Leiter der diözesanen Akademie vor allem als Dialogpartner mit den modernen Wissenschaften geachtet.