Auf der Weltausstellung in Hannover gibt es auch ein religiöses Programm
Ausgabe: 2000/28, Expo, Hannover
11.07.2000
- Judith Moser
Mehr als 173 Nationen und internationale Organisationen präsentieren sich von 1. April bis 31. Oktober auf einer Fläche von 170 Hektar in Hannover. Darunter sind auch Religionen vertreten.
Ein Spaziergang durch ein globales Dorf – das ist der Eindruck, den die Expo 2000 in Hannover vermittelt. Insgesamt 173 verschiedene Nationen und internationale Organisatoren präsentieren sich in einem riesigen Jahrmarkt. Alleine die Plaza, auf der große Veranstaltungen stattfinden, ist mit 300 mal 300 Metern größer als der Petersplatz.
Globales Dorf
Einige Nationen haben außerhalb der Ausstellungshallen eigene Pavillons errichtet. Beinahe visionär mutet etwa die Präsentation von Afrika an: 41 Staaten des Kontinents treten gemeinsam unter einem Dach auf. Die USA sind nicht vertreten, dafür machen die Nationen Südamerikas umso deutlicher auf sich aufmerksam. Zum ersten Mal auf einer Weltausstellung wurde in Hannover neben den internationalen Teilnehmern ein Themenpark eingerichtet. Das Motto der Expo 2000 „Mensch–Natur–Technik“ wird in einer Mischung aus Vision, Unterhaltung und Information dargestellt. So zeigt etwa ein Tanztheater die „Zukunft der Arbeit“ und in der Halle „Planet of Visions“ werden Utopien von Menschen aus der Vergangenheit bis in die Gegenwart dargestellt. Die dritte Säule der Expo sind Projekte außerhalb des Geländes, die sich mit dem Motto der Expo beschäftigen.
Qual der Wahl
Schließlich lebt die Weltausstellung vom „Kultur- und Erlebnisprogramm“: in der Zeit der Expo finden in Hannover mehr als 15.000 Veranstaltungen zur Expo statt. Besucher/innen müssen täglich zwischen 70 bis 80 Veranstaltungen wählen! Am meisten Aufsehen erregte davon das Kunstprojekt der Expo „In Between“, zeitgenössische Künstler zeigen ihre Installationen auf dem Gelände. Mitten in all dem Getriebe auf der Expo steht der Christus-Pavillon, ein gemeinsames Projekt von Evangelischer Kirche in Deutschland und der Deutschen Bischofskonferenz. Er lädt ein „sich Zeit zu nehmen, für sich und für Gott“, wie Margot Käßmann, Landesbischöfin der Ev.-luth. Landeskirche Hannover, im Programmfolder formuliert.
Kirche auf der Expo
Im modernen Glasbau der Expo-Kirche, der nach der Expo zerlegt und im thüringischen Kloster Volkenroda wieder aufgebaut wird, zeugen christliche Kunstwerke von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Glaubens. Täglich gibt es ein spirituelles Angebot. Die Kirche nimmt am gesamten Expo-Programm teil: Es gibt eine große Zahl an kirchlichen und diakonischen Expo-Projekten in Hannover, außerdem präsentieren sich die Kirchen während der gesamten Weltausstellung auch mit zahlreichen Veranstaltungen und Ausstellungen auf dem Gelände.
Das Angebot entwicklungspolitischer Themen auf der Expo ist im „One World Guide“ zusammengefasst. Er enthält auch Tipps, welche Highlights man je nach Interesse in ein oder zwei Tagen auf keinen Fall versäumen sollte. Der Guide liegt im Global House auf der Expo auf. Die One World Initiative veranstaltet Diskussionsrunden, Konzerte, Seminare und vieles mehr. Info: Tel: +49(0)511/22 83 40 80, E-Mail: expo-2000@gtz.de , Homepage: expo2000.gtz.de
Oberösterreich
Oberösterreich präsentiert sich bis 14. Juli im Österreich-Pavillon mit einer eigenen Ausstellung auf der Expo. Gezeigt werden eine Multi-Media-Show mit „Impressionen aus OÖ“, Bilder vom Nationalpark Kalkalpen, eine Bruckner-Ausstellung und Grafiken aus OÖ. „Künstlerische Botschafter“ sind das Bruckner-Orchester und der Prix Ars Electronica. Touch-Screens geben Infos über OÖ als Urlaubsland, und auch die Wirtschafts- und Technologieregionen kommen nicht zu kurz.
Preise
Eine Tageskarte für die Expo kostet an der Tageskasse 79 DM wochentags, am Wochenende 89 DM; im Vorverkauf: 69 DM, ermäßigt 49 DM, ab 15 Uhr 49 DM, ab 19 Uhr 24 DM. Vorverkauf ist an den Tageskassen möglich, aber auch telefonisch: +49(0)-2000 und im Internet: www.expo2000.de . Verschiedene Reiseveranstalter bieten Pauschalreisen zur Expo an.
Twipsy
Twipsy heißt das Maskottchen der Expo 2000. Der Name ist eine Erfindung des Frankfurters Manfred Gotta. Angeblich lässt sich „Twipsy“ von allen Menschen der Welt problemlos aussprechen und bedeutet in keiner Sprache ein Schimpfwort oder eine Beleidigung.