Sakrale Kunst hat Zukunft, ist die Künstlerin Beate Hölzl optimistisch. Hölzl erhielt den diesjährigen Kunstpreis für ihre schwerelos wirkenden Fastentücher.
Die im Mittelalter beliebte Tradition, im Altarraum Fastentücher aufzuhängen, ist im Lauf der Jahrhunderte allmählich eingeschlafen. Während nun mancherorts die guten alten Stücke – wie etwa in Schiedlberg (vgl. KIZ Nr. 14) – wieder ausgegraben und ihrer liturgischen Bestimmung zugeführt werden, fällt auf, dass es heute nur sehr wenige Fastentücher jüngeren Datums gibt. Die Linzer Künstlerin Beate Hölzl hat das Fastentuch zum Thema ihrer Diplomarbeit auf der Linzer Kunst-Universität (Meisterklasse Textil) gemacht und sich aus historischer und theologischer Sicht mit der Entstehung und Verwendung von Fastentüchern beschäftigt. Eine Komposition von sieben Fastentüchern hat Hölzl mittels Siebdruck in Ausbrenntechnik für die Martinskirche in Linz gestaltet. Waren die Fastentücher heuer alle auf einmal zu sehen, so werden sie nächstes Jahr in zeitlichen Abständen nacheinander aufgehängt. An jedem Fastensonntag kommt eine neue Stoffbahn dazu. Jeder Teil hat ein eigenes Symbol: einen Kreis („das Immerwiederkehrende“, ein Dreieck („das Göttliche“), ein Quadrat („das Irdische“). Durch die Transparenz der Bahnen werden alle Symbole vereint. Zum Verhältnis von Kunst und Kirche befragt, meinte Hölzl: „Wenn sich beide miteinander auseinandersetzen und Offenheit da ist, hat sakrale Kunst eine Zukunft.“