Seit sieben Jahren ist der katholisch-orthodoxe Dialog auf offizieller Ebene auf Eis gelegen. Die theologisch vielversprechende Arbeit der orthodox-katholischen Dialogkommission mit großen Annäherungen im Sakramenten- und Kirchenverständnis kam vor zehn Jahren ins Stocken. Die politischen Umwälzungen in Osteuropa haben zu einem Wiedererstehen der in den Untergrund gedrängten katholischen Ostkirchen geführt. In Rumänien und in der Westukraine kam es dadurch zu zum Teil heftigen Konflikten mit der orthodoxen Kirche, der von den Kommunisten die unierten Kircheneinrichtungen und Gotteshäuser übergeben worden waren. 1993 versuchte die orthodox-katholische Dialogkommission in Balamad (Libanon) diesen Konflik zu lösen. Ein dort ausgehandeltes, sehr weitgehendes Kompromissdokument wurde vor allem von der russischen Orthodoxie nicht akzeptiert. Kardinal Cassidy und der Ökumenische Patriarch Bartholomaios hoffen nun, dass es der nach vielen Mühen wieder zustande gebrachten Dialogrunde in Baltimore (USA) gelingt, diesen Konflikt zu überwinden. „Mein Hauptanliegen ist es“, so Cassidy, „dass wir wieder zum eigentlichen theologischen Dialog zurückkehren können, der von 1980 bis 1990 so erfolgreich war.“ Eine ähnliche Zuversicht äußerte auch Bartholomaios.