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Lesungen

Ausgabe: 2000/29, Lesungen
18.07.2000
- Kirchenzeitung der Diözese Linz

1. Lesung Jer 23, 1–6

Die Prophetenworte gehören zu einer Sammlung von Worten über das Königs-haus in Juda, die Jeremia zugeschrieben werden. Die Gottesrede, geprochen durch den Propheten, geht auch uns heute an.

Sie beginnt mit einem Weheruf gegen die Hirten des Volkes, damals Könige, Minister und Beamte. Sie haben in Machtrausch und Eigennutz ihre Pflicht vergessen: selbstlos und verantwortungsbewusst für die ihnen anvertrauten Menschen zu sorgen. Gott selbst wird sie zur Verantwortung ziehen.Weh den Hirten, die die Schafe meiner Weide zugrunde richten und zerstreuen – Spruch des Herrn. Darum – so spricht der Herr, der Gott Israels, über die Hirten, die mein Volk weiden: Ihr habt meine Schafe zerstreut und versprengt und habt euch nicht um sie gekümmert. Jetzt ziehe ich euch zur Rechenschaft wegen eurer bösen Taten – Spruch des Herrn. Ich selbst aber sammle den Rest meiner Schafe aus allen Ländern, wohin ich sie versprengt habe. Ich bringe sie zurück auf ihre Weide; sie sollen fruchtbar sein und sich vermehren. Ich werde für sie Hirten bestellen, die sie weiden, und sie werden sich nicht mehr fürchten und ängstigen und nicht mehr verloren gehen – Spruch des Herrn. Seht, es kommen Tage – Spruch des Herrn –, da werde ich für David einen gerechten Spross erwecken. Er wird als König herrschen und weise handeln, für Recht und Gerechtigkeit wird er sorgen im Land. In seinen Tagen wird Juda gerettet werden, Israel kann in Sicherheit wohnen. Man wird ihm den Namen geben: Der Herr ist unsere Gerechtigkeit.


2. Lesung Eph 2, 13–18

Thema dieses Lesungsabschnitts ist die Einheit der Christinnen und Christen in der Gemeinde: Jetzt gibt es keinen Unterschied mehr zwischen den Gläubigen – egal welcher Religion sie vorher angehörten.

Jetzt aber seid ihr, die ihr einst in der Ferne wart, durch Christus Jesus, nämlich durch sein Blut, in die Nähe gekommen. Denn er ist unser Friede. Er vereinigte die beiden Teile (Juden und Heiden) und riss durch sein Sterben die trennende Wand der Feindschaft nieder. Er hob das Gesetz samt seinen Geboten und Forderungen auf, um die zwei in seiner Person zu dem einen neuen Menschen zu machen. Er stiftete Frieden und versöhnte die beiden durch das Kreuz mit Gott in einem einzigen Leib. Er hat in seiner Person die Feindschaft getötet. Er kam und verkündete den Frieden: euch, den Fernen, und uns, den Nahen. Durch ihn haben wir beide in dem einen Geist Zugang zum Vater.
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