Seit Monaten werden die Molukken von Christen „gesäubert“, ohne dass die Welt das ernsthaft wahrnimmt. Eine der ältesten christlichen Kirchen in Südostasien durchlebt dabei eine Welle der Gewalt, wie sie mit der Situation in Sarajevo vergleichbar ist oder dem, was sich vor einem Jahr auf Osttimor ereignet hat. Auffallend ist, dass indonesische Behörden weder Willens noch in der Lage sind, die Kämpfe zu stoppen. Vielmehr sind es selbst Soldaten, die die „Heiligen Krieger“ unterstützen. Doch denen geht es nicht nur um die Vertreibung von Protestanten und Katholiken, sondern auch um die Destabilisierung der Politik nach der Entmachtung von Langzeitdiktator Suharto. Und Europa, das sich Jahrhunderte lang das Leben von den Gewürzinseln hat schmackhaft machen lassen, sieht aus politischem Kalkül tatenlos zu, wie die Christen auf den Molukken ins Meer getrieben werden.