Ausgabe: 2000/30, Rädler, Todesstrafe, USA, Kemmler, Stuhl, ai
25.07.2000
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Interview mit Angelika Rädler, Pressesprecherin von ai
Österreich Am 6. August 1890 wurde in den USA William Kemmler auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet – der erste Mann, der so zu Tode kam. Seither sind 110 Jahre vergangen. Weltweit ist amnesty international gegen die Todesstrafe engagiert. Wir sprachen mit Angelika Rädler, der Pressesprecherin von ai Österreich:
Wie viele Staaten der Welt kennen die Todesstrafe?
Im vergangenen Jahr wurden weltweit 3.857 Todesurteile verhängt. In 31 Staaten wurden über 1.800 Menschen hingerichtet. Das sind die ai bekannten Zahlen; viele Staaten halten ihre Hinrichtungen geheim. Am meisten Menschen –1071 – hat China hingerichtet. China, die Demokratische Republik Kongo, der Iran und der Irak, Saudi-Arabien und die USA, in diesen sechs Staaten werden 85 % der Hinrichtungen durchgeführt.
Macht es Sinn angesichts der Tatsache, dass etwa in den USA die Zahl der Hinrichtungen zunahm, von Österreich aus gegen die Todesstrafe aufzutreten?
Wir agieren ja weltweit. Die Staaten sind bemüht, ein gutes Image zu haben. Da führen Proteste zu einem Nachdenkprozess. Der Erfolg stellt sich natürlich nicht von heute auf morgen ein.
ai Österreich hat eine Arbeitsgruppe Todesstrafe. Infos: 01/780 08;