Gegen die Einführung der Postsparkasse (PSK), die seit 1. Juli bei Bareinzahlungen von Spenden pro Erlagschein fünf Schilling verrechnet, protestieren Österreichs Hilfsorganisationen. Stefan Wallner-Ewald, Generalsekretär der Caritas Österreich, hat die PSK aufgefordert, die neue Regelung zu überdenken und rückgängig zu machen und die für beide Seiten gute Zusammenarbeit „nicht zu gefährden“. Kurt Bergmann, Initiator der Aktion „Licht ins Dunkel“, nannte die PSK-Maßnahme eine „Sondersteuer der Nächstenliebe“, die „zutiefst unmoralisch und gesellschaftspolitisch grundfalsch“ sei.
Nach Auskunft der PSK könnte mit den fünf Schilling lediglich ein Drittel der anfallenden Kosten für die Erlagscheinüberweisung abgedeckt werden. Den Vorwurf, die PSK wolle aus den Spenden Gewinn machen, bezeichnete der PSK-Sprecher als haltlos. Wallner-Ewald befürchtet, dass es mit der neuen PSK-Gebühr zu einem Rückgang der Spenden kommt. Gegenüber der Kirchenzeitung bekräftigte er die von den spendensammelnden Organisationen erhobene Vorderung nach einer steuerlichen Absetzbarkeit von Spenden bis zu 1376,03 Schilling (100 Euro). Gleichzeitig appellierte der Generalsekretär, sich wegen der fünf Schilling bei der Spende für die Augustsammlung der Caritas nicht entmutigen zu lassen.