Wien. Er habe sich bemüht, ein „differenziertes Bild“ der Situation zu zeichnen und zugleich darauf hinzuweisen, dass „manche Probleme in Österreich als gesamteuropäische wahrgenommen werden müssen“, sagte Bischof Klaus Küng nach seiner Begegnung mit den Mitgliedern des EU-Weisenrats am Samstag. Bischof Küng hatte gemeinsam mit dem Abt von Heiligenkreuz, Gregor Henckel-Donnersmarck, und Caritas-Präsident Franz Küberl auf Wunsch von Martti Ahtisaari, Marcelino Oreja und Jochen Frowein die Haltung der katholischen Kirche zur politischen Entwicklung in Österreich dargelegt. Zu Gesprächen in das Hotel Imperial eingeladen wurden ebenso Bischof Herwig Sturm von der evangelischen Kirche und Anas Schakfeh, als Vertreter der islamischen Glaubensgemeinschaft. Menschenrechtsorganisationen waren nicht eingeladen. Vom Bericht der Weisen wird das weitere Vorgehen der EU-14 gegenüber Österreich abhängen.
Angst vor den Armen
Wien. Caritas-Präsident Küberl wies gegenüber den „Weisen“ daraufhin, dass in der Verschärfung der Asylgesetzgebung in den letzten zehn Jahren auch ein Nachgeben gegenüber populistischen Strömungen zum Ausdruck gekommen sei, die durch die „Angst vor den Armen“ ausgelöst werden. In einigen Punkten liege Österreichs Fremden- und Flüchtlingspolitik über dem europäischen Durchschnitt, es gebe jedoch Problemzonen, wo sich nichts bewege. Im Hinblick auf die Entwicklung der FPÖ stellte er fest, dass es immer wieder zu harten Auseinanderset-zungen mit der Caritas und anderen kirchlichen Stimmen gekommen sei, wenn die Freiheitlichen ausländerfeindliche Parolen in Wahlkämpfen einsetzten. Es gebe in der FPÖ aber unterschiedliche Strömungen.