Sieger Köder (75) ist Pfarrer und Maler. Das Benediktinerstift Seitenstetten (NÖ) zeigt bis 31. August eine Ausstellung mit seinen Bildern.
Malen Sie für sich oder für die Betrachter/innen? Ich sehe mich etwa in der Spur von Propheten, als kleiner Prophet, der halt nicht sprechen kann, sondern malen. Ich möchte mit meinen Bildern Anstöße geben, die christliche Botschaft verkünden und Menschen zum Nachdenken anregen. Wenn das gelingt, ist das für mich eine große Sache.
Wie entstehen Ihre Bilder? Sie dringen aus dem Empfinden, aus der Intuition. Mit den Farben verbinde ich nicht einen bestimmten Tatbestand. Rot kann auch Liebe oder Schmerz sein.
Sie waren schon Künstler bevor Sie Priester wurden? Ich begann mit 40 Jahren Theologie zu studieren, mit 46 Jahren wurde ich zum Priester geweiht. Es waren das Zweite Vatikanische Konzil und die Gestalt von Papst Johannes XXIII., die Einfluss auf meine Entscheidung gehabt haben.
Sie malen oft Vogelscheuchen. Warum? Für mich ist es echte Poesie, wenn ich im Herbst auf dem Feld eine Vogelscheuche sehe. Ich baue selbst gern welche. Und man darf nicht vergessen: Im Innern einer jeden Vogelscheuche steht ein Kreuz.