Gabriele Kienesberger beendet Ende August nach zweieinhalb Jahren ihre Tätigkeit als Frauenbeauftragte der Diözese Linz. Sie wird in Brüssel für WIDE (Women in Developed Europe) tätig sein, eine Organisation, die sich für Frauen im Süden und für Immigrantinnen in Europa einsetzt. Wir befragten sie über ihre Arbeit als Frauenbeauftragte.
Mit welchen Vorstellungen haben Sie Ihre Arbeit begonnen? Ich wollte Chancengleichheit für Frauen im kirchlichen Bereich verwirklichen oder zumindest Schritte in diese Richtung setzen. Ich habe dabei gute Strukturen für meine Arbeit vorgefunden.
Wo lagen die Schwerpunkte? Große Schwerpunkte waren die Arbeitssituation von hauptberuflich in der Diözese tätigen Frauen und die Liturgiereform. Die Frauenbeauftragte kann nur initiieren. Fordern allein genügt nicht. Es liegt an den Verantwortlichen, die Ideen aufzunehmen und Willen zu haben, auch etwas umzusetzen. Ich bin da zuversichtlich. Wichtig war immer auch die Bewusstseinsbildung.
Wie beurteilen Sie die Situation der Frauen in der Kirche österreichweit? Ich muss da die Diözesen Linz und Eisenstadt lobend hervorheben, weil sie die Frauenkommissionen sehr gut eingerichtet haben. Einen Rückschlag hat es in der Frage des Frauendiakonats gegeben. Da ist die Möglichkeit verspielt worden, das auf diözesane Ebene hereinzunehmen.
Wie schaut Ihr persönliches Resümee aus? Was ich gelernt habe ist: Es geht nur in kleinen Schritten. Man muss sehr intensiv dran bleiben und intensiv Kontakte nützen.