Obwohl Österreich in seiner Geschichte noch nie so „reich“ war wie heute und die Wirtschaft mit 3,5 Prozent so stark wächst wie seit Anfang der neunziger Jahre nicht mehr, profitieren die Arbeitnehmer immer weniger von dieser Entwicklung, läutet AK-Präsident Hubert Wipplinger die Alarmglocken.
Der Anteil der Löhne und Gehälter am Volkseinkommen geht zurück: Während das Bruttoinlandsprodukt im Zeitraum von 1990 – 1998 um 45,2 Prozent gestiegen ist, haben sich die Einkommen der einzelnen Arbeiter und Angestellten lediglich um ein Drittel erhöht, das unterste Viertel der Einkommensbezieher konnte nicht wirklich aufholen. Das durchschnittliche Brutto-Einkommen betrug 1998 S 20.468,–, ein Viertel der Frauen verdiente weniger als 11. 376,– Schilling. Zum Vergleich präsentierte Wipplinger die Spitzengagen der Manager in der Wirtschaft, deren Verdienste das bis zu 52fache eines mittleren Arbeitnehmer-Einkommens aus- machen können. Trotz der guten wirtschaftlichen Lage sieht die Regierung für Arbeitgeber unnötige Milliardengeschenke vor, kritisiert Wipplinger. Die diskutierte Senkung der Lohnnebenkosten um 15 Milliarden Schilling sei ein Angriff auf das Einkommen und die soziale Absicherung der Arbeitnehmer/innen. Die AK fordert ein kräftiges Anwachsen der Löhne, dies sei ein Gebot der „wirtschaftlichen Vernunft“, so Wipplinger, schließlich soll man die erzeugten Produkte auch kaufen können.
Die Informationsbroschüre „Lohn- und Gehaltsentwicklung in Österreich“ ist bei der AK (Volksgartenstr. 40, 4020 Linz) erhältlich, Tel. 0732/69 06-0