Verschiedene Seiten äußerten zuletzt ihre Sorgen über die Seligsprechung von Papst Pius IX. an diesem Sonntag. Auch innerkatholisch formulierten 34 Kirchengeschichtler einstimmig ihre Bedenken. Nach zwei Monaten erschien nun im „Osservatore Romano“ sozusagen die Antwort auf diese Kritiker. Die Professoren hätten in ihrer Erklärung den Papst als „rückwärts gewandten Wahnsinnigen“ gezeichnet: eine Formulierung, die in der Innsbrucker Erklärung nicht vorkommt, schwer polemisiert und die Autoren innerkirchlich disqualifizieren soll. Ihnen damit auch zu unterstellen, dass es den Katholiken am „Fühlen mit der Kirche“ (sentire cum ecclesia) mangelt, kommt jener Grundhaltung nahe, wie sie die Kirchenhistoriker an Pius IX. attestieren.