Vor der Seligsprechung, Sonderweg bei Zwangsarbeit, Brisantes Dokument
Ausgabe: 2000/36, Seligsprechung, Zwangsarbeit
05.09.2000
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Vor der Seligsprechung Rom. Am Abend vor der Seligsprechung von Papst Pius IX. hat der katholische römische Adel in Rom einen Gedenkgottesdienst gefeiert. Mit vatikanischer Hymne und dem Ruf „Es lebe der Papst und König“ gedachten sie des letzten Herrschers des 1870 untergegangenen Kirchenstaates. Beim Circus Maximus protestierten mehrere Hundert gegen die Seligsprechung. Sie gedachten zweier Personen, die 1868 mit der Zustimmung von Pius IX. im Kirchenstaat hingerichtet worden waren.
Sonderweg bei Zwangsarbeit Deutschland. Bei der Entschädigung von NS-Zwangsarbeitern beteiligt sich die katholische Kirche nicht am gemeinsamen Entschädigungsfonds von Staat und Wirtschaft. Wie Bischof Karl Lehmann bekannt gab, werden 35 Millionen Schilling zur Entschädigung von Zwangsarbeitern die in kirchlichen Einrichtungen tätig waren, bereit gestellt. Abgewickelt werden soll diese über die Caritas. Weitere 35 Millionen sollen in die Versöhnungsarbeit kirchlicher Einrichtungen fließen. Wolfgang Gibowski, der Sprecher der „Stiftungsinitiative“, kritisierte diese Entscheidung: „Das verletzt den Grundgedanken der Solidarität“. Außerdem sei sie „kleinherzig und unangemessen“.
Brisantes Dokument Rom. Für 5. September hat die Glaubenskongregation die Veröffentlichung von „Dominus Iesus“ angekündigt. Das unter Kardinal Ratzinger erstellte Dokument soll die „Einzigartigkeit und Universalität“ der katholischen Kirche darlegen. Details waren bis Redaktionsschluss nicht zu erfahren. Wegen seiner ökumenischen Brisanz hatte die Ankündigung bereits am Montag scharfe Kritik in der Kirche von England hervorgerufen.