Franziskanerinnen wollen die Not der Zeit erkennen
Über 330 Schwestern leben in OÖ – Hauptarbeitsfelder Schule und Spital
Ausgabe: 2000/36, Franziskanerinnen, Vöcklabruck,
05.09.2000
- Martin Kranzl-Greinecker
Vom armen und mit-leidenden Jesus Christus geliebt und gerufen, in Gemeinschaft aus seiner Gegenwart lebend, von einfacher froher Lebensweise geprägt, zur Weitergabe seiner erbarmenden Liebe befähigt.
Dieser Satz steht wie eine Lebensregel über der Arbeit der Franziskanerinnen. Das Ideal ist aber weder ein fertiges Programm, noch ein vorgegebener Weg, der heute wie morgen gilt. Jede Zeit hat ihre eigenen Nöte. Darauf zu reagieren, war eine Gründungsabsicht des Priesters Sebastian Schwarz, als er damals vor gut 150 Jahren im Vöcklabruck des Industriezeitalters „Kinderbewahranstalt“ und Schule begann. Nicht als Elitetruppe hat er den Frauenorden gegründet, sondern um den einfachen Menschen helfen zu können. Heutzutage sind die Schwestern in Österreich in klassischen Bereichen tätig, z. B.: - Schule/Erziehung (Schulen bzw. Kindergärten in Frankenburg, Mondsee, Linz, Wels, Vöcklabruck, Ried/I. und Salzburg); - Krankenhaus (Spitäler in Braunau und Grieskirchen); - Altenbetreuung (Rainbach/ Mkr., Gallspach, Maria Schmolln und Vöcklabruck-St. Klara); - Einsatz für behinderte Menschen (Bruck/Glock., Peuerbach).
Ganz anders klingen die Aufgaben der 22 Schwestern im US-Bundesstaat Missouri. Sie öffnen ihre Gemeinschaft für Aids-Kranke im letzten Lebensstadium und betreuen zu Tode Verurteilte im Gefängnis. Immer wieder sind die Schwestern unter jenen zu finden, die gegen die Todesstrafe in den USA lautstark protestieren, zuletzt hat sich das Generalkapitel hinter diesen Protest gestellt.
Im Osten Deutschlands, wo die Franziskanerinnen vor 75 Jahren Fuß fassten, arbeiten 15 Schwestern im Kindergarten-, Pfarr- und Krankenhausbereich. Von Ostdeutschland aus wurden die Franziskanerinnen auch in Kasachstan aktiv. Die jüngst initiierte „Sr. Franziska Wimmer-Bildungsinitiative“ ist unter anderem für Kinder in Kasachstan gedacht.
Stichwort:
Franziskanerinnen von Vöcklabruck
Im Jahr 1850 gründete der in Vöcklabruck tätige Priester Sebastian Schwarz gemeinsam mit Sr. Franziska Wimmer das „Institut der Armen Schulschwestern vom III. Orden des hl. Franziskus Seraphikus von Vöcklabruck“. Heute heißt der Orden „Franiskanerinnen von Vöcklabruck“ und umfasst drei Ordensprovinzen (Österreich, Deutschland, USA) mit insgesamt ca. 370 Schwestern. Schwerpunkte der Tätigkeit sind die Arbeit in Erziehung und Schule, Krankenhaus und Altenheim, im Behindertenbereich sowie in der Seelsorge.
Jubiläumsjahr
- Bis 10. Sep. (tägl. 9–11 und 13–16 Uhr): Verkaufsausstellung von Klosterarbeiten, Mutterhaus Vöcklabruck, Salzburger Str. 18 - 8. Sep.: Mitarbeiter/innentag - 9. Sep., ab 10 Uhr: Ordenstag der Diözese Linz im Heim St. Klara - 22. Sep.: Tag der Mitarbeiter/ innen aus den Erziehungsbereichen