Die Olympischen Spiele der Antike und der Neuzeit, die diese Woche ihre 27. Neuauflage erfahren, haben nur wenig gemeinsam. Und doch: beide dienen der zentralen Gottheit ihrer Kultur: Verehrten die Griechen damit den Göttergott Zeus, so steht heute das Geld im Mittelpunkt. Ja einst war dieser Gottesdienst so heilig, dass selbst das Unmögliche möglich wurde. Im Monat der fünftägigen Spiele herrschte generelle Waffenruhe, um Athleten wie Zuschauern die Teilnahme zu ermöglichen. Heute bleibt keine Zeit für derartige Gesten. Denn ein mehrwöchiger Waffenstillstand würde den Mammon in seinem Innersten treffen: dem Waffenhandel.