Wie lange mag es schon her sein, dass ihr geheiratet habt, Josy und Bernard? Vielleicht 15 Jahre. Die Noten, die ich damals geschrieben habe, tragen kein Datum. Ich denke gerne an euch und euer Fest zurück, wenn ich von Zeit zu Zeit die Blätter aus dem Regal nehme. Komm, bau ein Haus (David 215) war das Eingangslied der Hochzeitsfeier. Dazu habe ich eine Einleitung für drei Flöten geschrieben. Ich selbst habe am Cello den Bass gespielt – möglichst auf den leeren Seiten, damit nichts schief gehen kann. Komm, bau ein Haus, das uns beschützt, pflanz einen Baum, der Schatten wirft, und beschreibe den Himmel der uns blüht! Wir haben zehn oder mehr Jahre nichts mehr voneinander gehört. Der Baum eurer Liebe, den ihr damals gepflanzt habt – ich hoffe, er ist kräftig gewachsen und ist ein Zeichen geworden wo der Himmel blüht. Ein Lied für den Fertighauspark, damit uns allen mit Gottes und der Bausparkassen Hilfe das traute Glück in den vier Wänden in Erfüllung gehe? Das kann ich mir bei euch nicht vorstellen. Ich habe nur noch eure Adresse als Verbindung und frage mich, wie euer Zuhause wohl geworden ist: Offen, gastfreundlich, bemüht, den Blick über den Zaun nicht zu verlieren. Damals erzählten Freundinnen und Freunde von der katholischen Landjugend von Aufbrüchen und Kampf aus Nicaragua und anderswo und brachten so die Welt in unser Leben. Es ist kein Lied, in dem eine dichte Thujenmauer gepflanzt wird, um euer Haus von allem Drumherum abzuschirmen. Vier eigene Kinder bevölkern inzwischen euer Haus und sicherlich ist es oft voll mit ihren Freundinnen und Freunden. Wie das mit den Tieren ist, weiß ich nicht. Doch da gab es ja das Elternhaus von Josy, wo ich herzliche Stunden erlebt habe. Das alles bedeutet wohl nicht nur Sonnenschein. Sich um Haushalt und Garten zu kümmern braucht Zeit und nach Einladungen ist stets auch eine Menge zusammen zu räumen. Alte Menschen einzuladen ist auch mit viel Geduld und Energie für deren Pflege verbunden. Ist Zeit für euch beide geblieben? Könnt ihr alles auch einfach einmal laufen lassen ohne Zwang, den Rasen stets auf 32 Millimeter geschnitten zu haben? Ich wünsche mir, dass wir alle dieses Lied eures Hochzeitsfestes eines Tages noch einmal miteinander singen werden, gemeinsam mit unseren Kindern.