Ausgabe: 2000/37, Rutzenmoos, evangelisches Museum
12.09.2000
- Elisabeth Leitner
Am Eingang des Salzkammerguts gelegen, beherbergt Rutzenmoos neuerdings eine zentrale Einrichtung: das Evangelische Museum Oberösterreich.
Das Verhältnis der evangelischen Kirche zur katholischen Kirche ist durch das Dokument „Dominus Jesus“ (siehe Bericht S. 17) getrübt. Auf die gute, gemeinsame Basisarbeit hat das Dokument aber keine Auswirkung, so schätzt Superintendent Mag. Hansjörg Eichmeyer die momentane Lage der Ökumene in Oberösterreich ein.
Entstehung und Werden der evangelischen Kirche in Oberösterreich und Europa wird im Musuem anschaulich dokumentiert. Zunächst führt eine Multimediaschau im Keller des Museums die Geschichte der Reformation vor Augen. Vom Dunkel des Kellers kehrt man zurück ins Erdgeschoß: Dort wird Leben und Werk Martin Luthers vorgestellt.
Das Museum beherbergt weiters eine Bibliothek mit alten Druckschriften (aus dem 16. Jahrhundert). Bücher spielten eine besondere Rolle und wurden in Zeiten der Verfolgung oft unter Lebensgefahr auf Dachböden versteckt. Die führende Rolle der Adeligen, die den religiösen Aufbruch im Lande politisch nutzten, um sich vom Kaiser zu distanzieren wird ebenso beleuchtet wie die Zeit der Gegenreformation, die bewirkte, dass evangelische Gläubige in den Untergrund bzw. auswandern mussten. Bis ins 20. Jahrhundert reicht die Dokumentation der wechselvollen Geschichte der evangelischen Kirche in OÖ: „Im Geiste eines ökumenischen Verständnisses geht es darum, eine oft trennende Vergangenheit nicht zu vergessen, aber zu vergeben und das Heute im Sinn Christi gemeinsam zu gestalten.“ Die Kosten für das neu eröffnete Museum im ehemaligen Schulgebäude belaufen sich auf 21,5 Millionen Schilling.
Öffnungszeiten: Do. bis So. von 10–12, 14–18 Uhr. Tel.: 07672/268 78. Beachten Sie bitte unser Clubangebot (Eintrittskarten zu gewinnen).