Trotz strömenden Regens: Tausende Gläubige bei Sternwallfahrt aus Sorge um Inbetriebnahme von Temelin.
Freistadt (ast). Rund 1000 Leute drängten sich am 17. September in der Wallfahrtskirche St. Michael ob Rauchenödt in Grünbach. Alle hatten gar nicht Platz im Inneren der Kirche. Sie waren gekommen, um ihre Sorge bezüglich einer Inbetriebnahme des Kraftwerkes Temelin auch vor Gott hinzutragen. Normalerweise sieht man von hier die Kühltürme des Kraftwerkes, doch an diesem Tag regnete es in Strömen. „Und Gott sah, dass es gut war“, hatte Pfarrer Josef Friesenecker als Leitmotiv des von ihm geleiteten Gottesdienstes gewählt. „Der Mensch soll nicht mutwillig zerstören, was der Schöpfer so herrlich geschaffen hat“, meinte er. Die Angst solle aufwecken und zum Handeln bringen, um die Bedrohung abzuwenden. Auch Bischof Maximilian Aichern hatte – wie Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer – seine Grüße nach Oberrauchenödt geschickt. Gerade an diesem Tag wurde von neuen Störungen im Kraftwerk berichtet. Dampf, der austrat, wäre radioaktiv gewesen, wäre das Kraftwerk schon in Betrieb gewesen.Man kann sie nicht sehen, man riecht sie nicht und hört sie nicht. Schleichend zerstört sie das Leben. Die Angst vor atomarer Verstrahlung klang in vielen Fürbitten mit, die Gläubige bei dieser Wallfahrt aussprachen.