Am 2. Oktober hat Papst Johannes Paul II. 120 Katholiken heiliggesprochen, die in China Opfer von Christenverfolgungen wurden. 87 Märtyrer sind Chinesen, die Übrigen starben als Missionare. Ein Großteil der neuen Heiligen waren Opfer des so genannten „Boxeraufstandes“ vor 100 Jahren. Die Regierung in Peking hat gegen die Heiligsprechung scharf protestiert. Für sie ist der Boxeraufstand ein Akt der Befreiung Chinas vom westlichen Imperialismus, die Märtyrer gelten als Kollaborateure der Kolonialmächte. Der Papst betonte, die Heiligsprechung bedeute kein Urteil „über schwierige Epochen in der Geschichte Chinas“, vielmehr sehe die Kirche in den neuen Heiligen „Beispiele des Muts und der konsequenten Glaubenshaltung“. Die Anfänge des Christentums in China gehen bis ins 7. und 8. Jahrhundert zurück. Eine Blütezeit der China-Mission gab es zwischen 1600 und 1800. Das Verbot des Vatikans der zivilen Ahnenverehrung durch Katholiken (Ritenstreit) führte zu massiven staatlichen Repressionen. 1814 wurde die Kathedrale von Peking geschlossen. Im 19. Jahrhundert war die Mission eng mit dem Vordringen westlicher Mächte verbunden. Unter Mao wurden alle christlichen Kirchen unter strenge staatliche Kontrolle gestellt. Während der Kulturrevolution kam es zu blutigen Verfolgungen.