Bei der Herbsttagung der Katholischen Aktion Österreichs trat der bekannte Sozialethiker P. Johannes Schasching für eine Weiterentwicklung der Katholischen Soziallehre ein. Trotz der ungebrochenen Gültigkeit der wirtschaftsethischen Grundsätze ist die bisherige Ausrichtung der Soziallehre auf das Wirken der Nationalstaaten überholt. In einer Zeit, in der täglich 1500 Milliarden Dollar auf den internationalen Finanzmärkten bewegt werden, seien Probleme, die durch die Wirtschaft entstehen, nur mehr global zu lösen. Nicht mehr zeitgemäß ist auch das Bild vom vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmer, der sein ganzes Leben im selben Unternehmen oder zumindest in der gleichen Branche bleibt. Die Herausforderung an die Soziallehre sei es, die neuen Arbeitsformen auf ihre menschliche und soziale Verträglichkeit genau anzusehen und sich der Modernisierungsverlierer anzunehmen.