Die 120 Märtyrer aus China, die der Papst am Sonntag heiliggesprochen hat, bedeuten für die staatlich verfolgte Untergrundkirche eine Ermutigung. Dass es noch dazu am 51. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik erfolgte, war für Rom nur ein „Zufall“. Peking jedoch antwortet auf den Schritt, wie es Ideologen nicht besser formulieren können: Die meisten Märtyrer seien im „antiimperialistischen“ Boxeraufstand 1900 als „Agenten fremder Mächte“ gestorben, ein klares Zeichen der „alten Politik des Vatikans“ sei ihre Heiligsprechung. Da es mit derReligionsfreiheit in China seit Monaten wieder stark bergab geht, sind die Drohungen des Außenamtes durchaus ernst zu nehmen: die Heiligsprechung werde Folgen haben. Das heißt, neuerlich müssen Chinas Katholiken damit rechnen, ihre Treue zu Glaube, Kirche und Papst „bis aufs Blut“ zu bezeugen.