- Kirchenzeitung der Diözese Linz, Markus Himmelbauer
Peter und Erika, ihr habt euch erwählen lassen, viele durch euer Leben zu beschenken. Dies ist keine bezahlte Werbeeinschaltung, auch erwarte ich mir kein Lob: Ich weiß, ihr werdet mich wegen dieser Zeilen gehörig tadeln. Doch schreibe ich hier nur über eure Lieblingslieder und mache keine Liste, was ihr anderen alles gegeben habt, auch meiner Familie und mir: Licht und Hoffnung, Heil und Hilfe. Unser Leben sei ein Fest (David 168) ist dein Favorit, Peter, Jesu Geist in unserer Mitte, Jesu Werk in unseren Händen, Jesu Geist in unseren Werken. Für jene, die dich kennen, legt sich dieses Lied von selber aus. Du bist aktiv für euch beide und für viele mehr. Jesu Geist ist bisweilen ziemlich fordernd und anstrengend. Zum Lied von Erika, Ich will dich lieben (GL 558), habe ich gar keinen Zugang, aber du selbst bist mir ein Schlüssel dafür. Lasst mich erzählen: Einsam sitze ich an der Orgel und spiele die Nummern auf dem Liedplan. Was sagen sie euch? Wenn ich mit dem Schlussstück fertig bin, sind alle schon weit verstreut. So erfahre ich nicht, was anderen wertvoll ist. Manche Lieder finde ich kitschig, überholt, langweilig und es kostet mich Überwindung, sie zu spielen. Doch seit ich weiß, dass manche sich „Stille Nacht“ sogar zwei- und dreimal wünschen, spiele ich es viel lieber. Bei anderen diagnostiziere ich eine regelrechte „Schubertmesse-Sucht“, die sie auf ihrem Glaubensweg begleitet und es liegt mir fern, sie davon zu heilen. Seit mir jemand gesagt hat, ihm gefalle, wenn der Priester während des Schlusslieds der Gemeinde die Kirche verlässt, bringt mich das kaum mehr in Rage. Diese Anstöße geben mir Gelegenheit, weiter und toleranter zu werden, dazuzulernen.Seit ich weiß, welches dein Lieblingslied ist, Erika, könnte ich mir sogar vorstellen, es wieder auf den Liedplan zu setzen und einige Strophen lang durchzuhalten. „Wir kommen ja nie bis zur dritten Strophe, die ich am liebsten habe“, hast du dich beklagt. Ach, dass ich dich so spät erkannte, du hochgelobte Schönheit du, dass ich nicht eher mein dich nannte, du höchstes Gut, du wahre Ruh. Du bist kontemplativ für euch beide und für viele mehr. Wenn wir das nächste Mal vier Strophen singen, ist dies mein Gruß an euch!