„Zeit“ war das Motto des Festes, zum dem die Kirchenbeitragsstelle Steyr in das Dominikanerhaus geladen hatte.
„Ausruhen bedeutet Rückschritt“, stellte Dipl.-Ing. Wolfgang Kropf, Geschäftsführer des BMW-Werkes in Steyr, unmissverständlich klar. Der Top-Manager referierte über „Wettbewerbsvorteil Zeit?“: Die Prozesse der Wirtschaft laufen rund um die Uhr, die Differenz zwischen Sieg und Niederlage, zwischen Erfolg und Misserfolg wird immer kleiner. Die Unternehmen sind gezwungen so viel wie möglich so knapp wie möglich anliefern zu lassen. „Zeitmanagement wird wichtig. Zeit wird eines der wichtigsten Güter der Menschen werden: Zeit für Familie, Zeit für Kollegen, Zeit zum Nachdenken.“ Der Frage nach einer „zeitgemäßen Kirche“ ging die Präsidentin der Katholischen Aktion, Margit Hauft, nach. Die Kirche müsse versuchen die Grundfragen der Menschen in die jeweilige Sprache der Zeit zu buchstabieren, so Hauft. Jeder einzelne Mensch habe mit seiner ihm eigenen Geschwindigkeit Platz im langen Zug des sich wandelnden Gottesvolkes: „Wenn der Verlust der Menschenwürde droht, dann muss die Kirche Bremsklotz sein.“ Damit die Kirche als Großorganisation ihren Aufgaben nachkommen und Bestand haben kann, darf sie nicht auf Beliebigkeit aufbauen. Die Präsidentin der Katholischen Aktion: „Da braucht’s Verpflichtungen.“ Nationalsratsabgeordneter Walter Murauer setzte sich sich mit dem Thema „Alles hat seine Stunde – hat alles seine Stunde?“ auseinander. Die Politik sei gefordert, wenn es um das Zusammenleben gehe. So müssten Eltern Freiräume geschaffen werden, dass sie Zeit zur Erziehung haben und dass das als Wert anerkannt werde. Murauer zum Sonntagsarbeit: „Sonntag soll grundsätzlich arbeitsfrei sein, wir dürfen uns aber nicht vor der Notwendigkeit und vor den Bürgern verschließen, die verpflichtet sind am Sonntag zu arbeiten.“