„Entwicklungspolitik ist Friedenspolitik“ sagte in Anlehnung an ein Konzilsdokument Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer bei einer Enquete in Puchberg.
Wenn Entwicklungspolitik Friedenspolitik ist, dann ist man geneigt zu fragen, warum Österreich der Friede so wenig wert ist: Nur 0,26 % der Budgetmittel gibt der Staat für Entwicklungszusammenarbeit aus. Die Frage nach dem Geld, die bei vielen Wortmeldungen im Vordergrund stand, enttäuschte die Außenministerin und den Landeshauptmann. Sie hätten sich mehr inhaltliche Diskussion gewünscht.
Zur Enquete kamen etwa 100 Personen, alle haupt- oder ehrenamtlich im Bereich Entwicklungszusammenarbeit engagiert. Eingeladen hatte die Diözese Linz, das Eduard-Ploier-Preis-Kuratorium und das Land Oberösterreich. Das Podium war mit Erzbischof Dr. Alois Wagner, Außenministerin Dr. Benita Ferrero-Waldner, Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer, und Direktor Dr. Friedrich Hamburger von der Generaldirektion Entwicklung der EU-Kommission hochkarätig besetzt. Der Landeshauptmann wies darauf hin, dass das Land OÖ heuer schon 32 Entwicklungshilfeprojekte gefördert hat. Die Außenministerin unterstrich, dass es ihr gegen die allgemeine Richtlinie der Kürzungen aller Budgetansätze gelungen ist, das Budget für die Entwicklungszusammenarbeit gleich hoch zu halten. Aber es ist noch viel zu wenig. Ab 2003 sollte mehr drinnen sein. Erzbischof Wagner forderte die Menschen auf, in ihrem Denken von der Teilung in eine erste, zweite ... vierte Welt abzugehen. Auch das Wort „Ausländer“ muss verschwinden. „Alle sind Gäste und Mitarbeiter ... Für uns gibt es keine Fremdlinge sondern nur Mitmenschen.“