700 oder 800 Menschen, die allermeisten von ihnen Schüler/innen des Bezirkes Freistadt hielten am Montag, 9. Oktober, den Grenzübergang Wullowitz besetzt. Bei regnerisch-sehr kaltem Wetter protestierten sie damit gegen die an diesem Tag freigegebene Aktivierung des ersten Reaktorblocks in Temelin. In den Wochen vorher wurden schon jeweils an den Freitagen die Grenzen nach Tschechien von Demonstranten gesperrt. Mathilde Halla von der oö. Plattform gegen Atomgefahr nannte gegenüber den jungen Demonstrantinnen und Demonstranten drei Mindestforderungen: Ein Veto der Bundesregierung gegen einen Beitritt Tschechiens zur EU, wenn Temelin in Betrieb ist. Keine Stromlieferungen von Temelin nach Österreich und ein Gipfelgespräch auf Ebene der Regierungschefs.Der Widerstand geht weiter: Demonstration am 13. Oktober in Budweis (siehe Seite 2).
Wo der Schuh drückt
„Wer verdient am teuren Markenschuh?“, fragt ein Plakat, das derzeit Aufsehen erregt. Auf dem Plakat, vom entwicklungspolitischen Bildungsprojekt der Landesexekutive des Österreichischen Gewerkschaftsbundes an fast 2.000 Betriebsratsvorsitzende versandt, ist ein Sportschuh zu sehen und um ihn herum Schillingbeträge – die Gliederung der Kostenanteile. Nur fünf Schilling des Verkaufspreises von S 1.299,– sind Lohn...Der Großteil unserer Sortschuhe und Sportbekleidung kommt aus Südostasien, Zentralamerika und Osteuropa. Er wird gefertigt, wo er am billigsten ist. Menschen- und Arbeitsrechte sind klein geschrieben. „Globalisierung von unten“ heißt eine Ausstellung, die weitere Informationen zu diesem Thema bietet. Sie kann unter der Telefonnummer 0732/654784 kostenlos entlehnt werden.