Ackerl will Unzulänglichkeiten im Administrativen beheben
Ausgabe: 2000/41, Ackerl, Sozialabteilung
10.10.2000
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Wo gearbeitet wird, gibt es auch Fehler. Das soll nicht wegdiskutiert werden. Aber...
Dass es, wie die Kritik in der Öffentlichkeit laut wurde, seitens der Sozialabteilung (Landesrat Ackerl) keine Planung gegeben hätte, stimmt nicht, sagt Mathias Mühlberger von der Caritas. Es gibt eine Entwicklungsplanung über den Pflegebedarf der nächsten zehn Jahre. Es gibt das Projekt Lebensform über die psychiatrische Versorgung und es wurde ein ausgezeichnetes Sozialhilfegesetz beschlossen. Es gibt auch sehr wohl Kontrolle, sagt Mühlberger. „Uns wird sogar manchmal zuviel in der Umsetzung mitgeredet.“ Landesrat Ackerl schätzt er, weil dieser viel weitergebracht hat: Ordentliches Wohnen in den Heimen, Zugang zur Beratung (Sprengeln)... Es soll, so Mühlberger, nicht angepatzt werden, was bei uns konsensual vorwärts gebracht wurde. Derzeit schaue es aber eher nach einem „politischen Watschentanz“ aus. Landesrat Ackerl seinerseits anerkennt, dass es Fehler gibt – diese aufzudecken, ist ja auch Aufgabe der Kontrolle. Er möchte im Controlling seines Ressorts besser ausgebildetes Personal. Budgetsteigerung, die Ackerl auch vorgeworfen wird, begründet pro mente u. a. durch den eklatanten Nachholbedarf im Bereich der psychosozialen Versorgung. Ackerl hofft, dass die gegenwärtige Kritik keine Auswirkungen auf die Budgetverhandlungen hat. Wenngleich er auch vermutet, dass ein Hintergrund für die massive öffentliche Debatte das Interesse sei, „die Begehrlichkeiten im Sozialbereich zu reduzieren.“ Auch der GRÜNE-Mandatar Gunther Trübswasser fordert, „dass diese Kritik nicht als Vorwand für einen Stopp im weiteren Ausbau der psychosozialen Betreuung und Behindertenhilfe oder gar für eine Kürzung im Sozialbereich herangezogen wird.“ Pro mente bringt ein Beispiel dafür, was mehr Menschlichkeit im Sozialbereich Kosten verursacht: „Die Unterbringung von ehemaligen Patienten der Psychiatrie in kleinen Wohneinheiten bringt nicht nur wesentliche Verbesserungen der Lebensqualität für die Betroffenen, sondern hat auch einen volkswirtschaftlichen Hintergrund: Von ursprünglich 327 Menschen im Jahr 1995, die durchschnittlich 20 Jahre in der Klinik verbrachten, sind heute nur noch 50 Patienten im Krankenhaus. Die notwendige Kostensteigerung im Sozialbudget beträgt aber nur die Hälfte der reduzierten Krankenhauskosten.