Wirtschaftsminister Bartenstein beabsichtigt, die Ladenöffnungszeiten in Österreich von derzeit 66 Wochenstunden auf 72 auszuweiten. Damit können Geschäfte von Montag 0 Uhr bis Samstag 18 Uhr offen halten. Er folgt damit einem Vorstoß der Wirtschaftskammer, die zusätzlich fordert, die Regelung, wonach Handelsbeschäftigten nur jeden zweiten Samstagnachmittag arbeiten dürfen, aufzuheben.
Bei einer Diskussion von Interessenvertretern und Experten im Wirtschaftsministerium meldete der neue Bundessekretär der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB), Andreas Gjecaj, massive Vorbehalte gegen die Ausweitung der Ladenöffnungszeiten an. Er widersprach dem Argument, es könne ja jeder Geschäftsinhaber aufsperren, wann er wolle, mit den Erfahrungen in anderen EU-Ländern. So habe sich in Dänemark gezeigt, dass jene, die mit längeren Öffnungszeiten nicht mithalten können, ihre Läden endgültig zusperren mussten. Die Profiteure längerer Öffnungszeiten seien Großmärkte und Einkaufszentren. Gjecaj forderte die Politik auf, zu Gunsten der Kleinen schützend einzugreifen. Außerdem zwingen längere Öfffnungszeiten immer mehr Handelsangestellte zur Teilzeitarbeit. In Österreich sind rund 80 Prozent der Bevölkerung mit den derzeitigen Öffnungszeiten zufrieden.