Da wird ein Mensch beschrieben, der an seinem Auftrag scheitert; und doch kann man nicht sagen, dass sein Leben vergeblich war. Mühen, Kämpfen und Scheitern dieses Menschen werden gleichsam zum Opfer, der Mensch selbst wird zum Opfer, wird umgebracht. Doch Gott erweist seine Macht über den Tod, das Leben dieses Menschen ist getragen von Gott. Man glaubte, er könne nichts bewirken in der Gesellschaft, doch das Leben des scheinbar Gescheiterten verändert vieles. Doch der Herr fand Gefallen an seinem zerschlagenen (Knecht), er rettete den, der sein Leben als Sühnopfer hingab. Er wird Nachkommen sehen und lange leben. Der Plan des Herrn wird durch ihn gelingen. Nachdem er so vieles ertrug, erblickt er das Licht. Er sättigt sich an Erkenntnis. Mein Knecht, der gerechte, macht die vielen gerecht; er lädt ihre Schuld auf sich.
2. Lesung Hebr 4, 14–16
Der Hohepriester des Ersten Bundes ist eingesetzt und ermächtigt, Opfer für andere darzubringen und Vergebung und Versöhnung für alle zu erwirken. Sein Dienst wird für die Lehrenden der Kirche zum Modell für das Mittleramt Christi: er, der das Menschsein kennt wie wir, wird zum Mittler der Gnade für alle, die sich in Schuld und Verlorenheit an Gott wenden. Da wir nun einen erhabenen Hohenpriester haben, der die Himmel durchschritten hat, Jesus, den Sohn Gottes, lasst uns an dem Bekenntnis festhalten. Wir haben ja nicht einen Hohenpriester, der nicht mitfühlen könnte mit unserer Schwäche, sondern einen, der in allem wie wir in Versuchung geführt worden ist, aber nicht gesündigt hat. Lasst uns also voll Zuversicht hingehen zum Thron der Gnade, damit wir Erbarmen und Gnade finden und so Hilfe erlangen zur rechten Zeit.