„Die Politik in den Fängen der Wirtschaft?“ – über dieses Thema referierte Sieglinde K. Rosenberger, Professorin für Politikwissenschaft an der Universität Wien, beim Diözesantag der Katholischen Männerbewegung in Wels vor vierhundert Zuhörern.
Frau Rosenberger, was muss die Politik tun, um auch in Zeiten der Globalisierung Handlungsspielraum zu behalten?
Die Politiker brauchen die Bereitschaft, nicht nur national, sondern auch über die Staatsgrenzen hinweg zu agieren. Dazu müssen sie natürlich Macht abgeben. Konkret kann das heißen: die gemeinsame Sozialpolitik der EU zu stärken.
Warum ist die Sozialpolitik – in vielen Ländern Europas übrigens – Thema von heftigen Auseinandersetzungen?
Die Alterspyramide und die Abnahme von „Normal-Arbeitsverhältnissen“ machen einen Umbau des Sozialstaates notwendig. Wohlgemerkt Umbau, nicht Abbau. Da eine bis zur Pensionierung durchgehende Anstellung und eine damit gekoppelte Versicherung bei immer weniger Menschen der Regelfall ist, soll es eine Veränderung vom bisher vorherrschenden Versicherungsprinzip weg zu einer Grundversorgung für alle geben.