Ein Freund der Türken, Familienbild bedroht, Caritas schlägt Alarm
Ausgabe: 2000/42
17.10.2000
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Ein Freund der Türken
In Istanbul ist am Dienstag vergangener Woche eine Straße nach Johannes XXIII. benannt worden. Bürgermeister Mustafa Sarigul würdigte den Papst als „Initiator des christlich-muslimischen Dialogs“. Als Vatikanbotschafter in der Türkei von 1935 bis 1945 habe sich Angelo Giuseppe Roncalli als ein „Freund der Türken“ erwiesen und sogar die Landessprache gelernt, betonte Sarigul.
Familienbild bedroht
Vatikan. Mit Warnungen vor der Zerstörung des traditionellen Familienbildes ist der internationale Familienkongress eröffnet worden. Kiko Arguello, Gründer des „Neokatechumenalen Wegs“, sagte, der Kampf für die Familie sei die „wahre Entscheidungsschlacht für die Kirche im dritten Jahrtausend“. Überall gebe es Versuche, die Familie zu zerstören. Er forderte die Eltern auf, den christlichen Glauben aktiv an ihre Kinder weiterzugeben.
Caritas schlägt Alarm
Graz. Caritas-Präsident Franz Küberl schlägt Alarm: „Immer mehr Flüchtlinge kommen zur Caritas, weil sie kein Dach über dem Kopf haben. Doch unsere Häuser sind zum Bersten voll. In manchen Einrichtungen müssen wir täglich bis zu zehn Menschen wegschicken.“ Ursache für die angespannte Lage sieht Küberl in der stark rückläufigen Zahl von Asylwerbern, die in der Bundesbetreuung untergebracht werden. Der Caritas-Präsident warnt: „Wenn die ersten obdachlosen Flüchtlinge im Winter erfrieren, ist ein Umdenken der Verantwortlichen zu spät.“ Die Caritas-Direktoren haben sich erfreut über die ungebrochene „Solidarität der Österreicherinnen und Österreicher“ gezeigt. So lag das Ergebnis der Augustsammlung 2000 um 10 Prozent über dem von 1999.