Der ehemalige Päpstliche Nuntius in Moskau, John Bukovski, warb in Linz um Verständnis für Russlands Kirche.
Die „Großmütter“ haben über die Jahre der kommunistischen Herrschaft den katholischen Glauben für die Kirche Russlands in der Zukunft bewahrt. Während die mittleren Generationen praktisch ohne kirchliche Prägung aufgewachsen sind, wird er heute an die Enkelgeneration weitergegeben. Dies berichtete der ehemalige Nuntius in Moskau, Erzbischof John Bukovski SVD, bei einem Vortrag auf Einladung der Stiftung Pro Oriente am 12. Oktober in Linz. Der hochrangige vatikanische Diplomat bedauerte dabei die Differenzen zwischen der russischen Orthodoxie und der katholischen Kirche. Die katholische Kirche wolle der Orthodoxie keine Gläubigen „abwerben“, nur bisher Ungläubige würden nach einem Jahr Probezeit in die katholische Kirche aufgenommen. Rund 220 Priester, vor allem aus dem Ausland, und 180 Schwestern hat die katholische Kirche Russlands zur Zeit zur Verfügung. Von den rund 1,5 Millionen Katholiken der ehemaligen Sowjetunion seien bis jetzt nur rund 300.000 „wiedergefunden“ worden. Eine Hauptaufgabe bestehe daher im Sammeln der Katholiken, die oft in sehr kleinen Gemeinschaften leben. Bukovski appellierte, den Weg der Ökumene trotz aller Schwierigkeiten weiterzugehen. „1000 Jahre Vorurteile können nicht in zehn Jahren weggeschafft werden“, meinte der jetzt bei den Steyler Missionaren in Mödling lebende Vertraute des Papstes.