Kostenlose Gesundenuntersuchung könnte viel mehr genutzt werden
Ausgabe: 2000/42, vorsorge, Gesundenuntersuchung
17.10.2000
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Die Gesundheitsförderung ist Aufgabe der gesamten Gesellschaft. Die persönliche Vorsorge ist dennoch ein unverzichtbarer Schlüssel zu einem gesunden Leben.
Die Arbeitsbedingungen, die Austattung des Arbeitsplatzes, die erbliche Veranlagung, das staatliche Gesundheitssystem – all das sind Faktoren, die auf die Gesundheit des einzelnen Einfluss haben. „Man darf sich nicht der Illusion hingeben, dass man zum Beispiel alle Herzinfarkte verhindern kann, wenn sich die Menschen gesund ernähren“, stellt Elfriede Kiesewetter von der OÖ Gebietskrankenkasse das Thema Gesundheit in einen größeren Zusammenhang: „Der Stress, der vielfach zu Herzinfarkten führt, ist zumeist eben nicht selbstgemacht. Gesundheitsförderung fällt in die Verantwortung der gesamten Gesellschaft“.
Trotzdem kann jeder persönlich viel für seine Gesundheit tun. Einfach, aber effektiv ist die jährliche Vorsorgeuntersuchung. In Oberösterreich wurde der Oktober zum Vorsorgemonat erklärt, in dem Ärzte in 104 Gemeinden verstärkt Untersuchungstermine anbieten. Einmal jährlich können alle Krankenversicherten und ihre Mitversicherten Angehörigen ab dem 19. Lebensjahr eine kostenlose Vorsorgeuntersuchung in Anspruch nehmen. Nicht einmal für den Krankenschein, den man dazu benötigt entstehen Kosten.„Nur rund 14 Prozent aller Oberösterreicher gehen zur Vorsorgeuntersuchung“, bedauert Gesundheitslandesrätin Dr. Silvia Stöger und zeigt – als Ärztin hat sie Erfahrung – die positiven Auswirkungen der Untersuchung auf: Meist genügt schon eine Änderung des Lebensstils, etwa die leichte Umstellung bei der Ernährung oder auch ein wenig Bewegung, um einer möglichen Erkrankung ein Schnippchen zu schlagen. „Alles, was wir durch die Vorsorgemedizin erreichen, erspart den Menschen viel Leid und dem Staat viel Geld, das wir sonst für die teurere Reparaturmedizin ausgeben müssten”, so Stöger.
Lebenserwartung
In Oberösterreich ist die Lebenserwartung im Zeitraum von 1988 bis 1997 bei den Männern von 72,6 Jahren auf 74,4 Jahre gestiegen. Bei den Frauen hat sich in demselben Zeitraum die Lebenserwartung von 78,8 Jahre auf 80,7 Jahre erhöht. Damit entspricht die Lebenserwartung beider Geschlechter derzeit etwa dem Bundesdurchschnitt. Im Großraum Linz und im Mühlviertel lag die Lebenserwatung der Männer höher als im Westen. Bei den Frauen zeigen die nördlich der Donau gelegenen Bezirke eine vergleichsweise sehr hohe Lebenserwartung, die geringste Lebenserwartung weisen die Bezirke Braunau und Gmunden auf.
TIPP von Kardinal König
Was hält Sie gesund, Herr Kardinal?Wichtig ist für mich ein einfaches Leben. Dass man beim Essen und beim Trinken nicht über die Schnur haut.Zweitens gehört zu einem gesunden Leben ein religiöses und menschliches Weltbild, das die großen Fragen des Lebens beantwortet. Die Frage „Wohin gehen wir?“, sowie die Fragen nach dem Leid und dem Sinn. So wird man nicht dauernd von Zweifeln und Selbstzweifeln hin- und her gerissen und kann in einer gewissen Ruhe leben.Unverzichtbar ist für mich auch ein Freundeskreis, mit dem man sich austauschen, reden und den Dialog pflegen kann. Dialog nimmt nicht nur in der Kirche einen wichtigen Platz ein, sondern auch im persönlichen Leben.