Am 23. und 24. Oktober fand die 4. Österreichische Armutskonferenz statt.
„Umbau statt Abbau“ war der Titel einer Veranstaltung, die Ernst Fürlinger 1994 im Bildungshaus St. Virgil (Salzburg) organisiert hatte. Es ging um die soziale Entwicklung in der EU und die Auswirkungen eines Beitritts für Österreichs Sozialpolitik. „Ruth Brand vom Europäischen Armutsnetzwerk hat uns damals sehr eindringlich aufgefordert, auch in Österreich ein Netz von Nichtregierungsorganisationen, die im Armutsbereich tätig sind, aufzubauen. Sie hat mir und einigen anderen einen Floh ins Ohr gesetzt“, erinnert sich Ernst Fürlinger. „Und je mehr wir uns mit dem Thema Armut beschäftigten, desto deutlicher wurde uns, dass es in Österreich dazu weder eine systematische Situations- und Ursachenforschung gab noch eine deklarierte Armutspolitik.“Im November 1995 fand die erste Österreichische Armutskonferenz in St. Virgil statt; ein Jahr später wurde das Österreichische Netzwerk gegen Armut und soziale Ausgrenzung gegründet. „Da wir weder viel Geld noch eine große Struktur haben, wird die anfallende Arbeit im Koordinierungsteam des Netzwerkes so gut es geht aufgeteilt. Und weil ich schon die erste Armutskonferenz organisiert habe, blieb mir dieses Geschäft.“ Fürlinger ist froh, dass das Bildungshaus St. Virgil von Anfang an zu diesem Engagement stand und ihn dafür teilweise abstellte. Für den 38jährigen Theologen und Sohn eines Nettingsdorfer Hilfsarbeiters ist der – auch politische – Einsatz gegen Armut eine konkrete Verwirklichung seines Christseins. „Seit meiner Zeit in der Hochschulgemeinde ist mir die Befreiungstheologie und die darin enthaltene ,Option für die Armen‘ ein großes Anliegen.“