Internationaler Gerichtshof, 50 Jahre Mariendogma, Holocaust- Mahnmal
Ausgabe: 2000/43, Kurzberichte
24.10.2000
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Internationaler Gerichtshof
Brüssel. Die Konferenz der europäischen bischöflichen Kommissionen für „Gerechtigkeit und Frieden“ appellierte an die Staatengemeinschaft, die Einrichtung eines internationalen Gerichtshofes zur Verfolgung von Kriegsverbrechen und schwerwiegenden Vergehen gegen die Menschlichkeit endlich zu ermöglichen. 1998 sprachen sich 130 Staaten für einen derartigen Gerichtshof aus. Bisher haben aber nur 19 von erforderlichen 60 das Statut ratifiziert.
50 Jahre Mariendogma
Rom. Am 1. November 1950 hat Papst Pius XII. in einem festlichen Akt auf dem Petersplatz das Dogma von der Aufnahme Marias „mit Leib und Seele in die Herrlichkeit des Himmels“ verkündet. Es war dies die bisher letzte feierliche Proklamation einer unfehlbaren päpstlichen Lehrmeinung. Zuvor hatte eine weltweite Befragung der Bischöfe stattgefunden. An der Feier in Rom nahmen über 600 Bischöfe und 75 Kardinäle teil.
Holocaust- Mahnmal
Wien. Am 25. 10. wurde auf dem Wiener Judenplatz das zeitweise umstrittene Holocaust-Mahnmal enthüllt. Gleichzeitig wurden die Ausgrabungen der mittelalterlichen Synagoge und ein „Museum für das Judentum im Mittelalter“ eröffnet. Zu dem Gedenkkomplex gehört auch die von der Erzdiözese Wien angebrachte Tafel, die an die Mitschuld der Christen an den Judenverfolgungen erinnert.
Kein Friede.
Keinen Bestand hatte der unter internationalem Druck im ägyptischen Badeort Sharm el Sheikh zwischen Israel und den Palästinensern vereinbarte Waffenstillstand. Obwohl 62 Prozent der Israelis die Fortführung des Friedensprozesses befürworten, setzt die Regierung Barak derzeit auf Gewalt. Die katholischen und orthodoxen Kirchenführer des Nahen Ostens betonten in einer Erklärung das Recht des palästinensischen Volkes auf einen eigenen Staat mit der Hauptstadt Ostjerusalem.