Laute Proteste bei den Gottesdienstbesuchern löste vergangenen Sonntag Erzbischof Georg Eder in der Salzburger Stadtpfarre St. Paul aus. Am Ende der Messe teilte er der Gemeinde mit, dass er ihren Pfarrer, Dechant Peter Hausberger, „vorübergehend von seinen priesterlichen Aufgaben suspendiert“ habe. Anlass für seine Entscheidung war, so der Erzbischof, dass Hausberger wiederholt mit einem Pastor der benachbarten Methodistengemeinde Gottesdienste in „Interzelebration“ gefeiert habe. Diese Konzelebration zwischen einem katholischen Geistlichen und einem Amtsträger einer anderen christlichen Kirche ist nach Kanon 809 des Kirchenrechtes verboten. Erzbischof Eder warf Hausberger vor, die Kirche zu spalten und der Ökumene zu schaden. Dechant Hausberger betonte, dass sich die Konzelebration mit Pastor Fellinger aus einer besonderen persönlichen und theologischen Nähe, die über Jahre gewachsen sei, ergeben habe. Er habe das auch nie an die große Glocke gehängt und in seiner Gemeinde wurde das gut verstanden und überaus positiv aufgenommen. Hausberger zeigte sich über die ohne ausführliches Gespräch verhängte Suspendierung schockiert, zumal der Erzbischof in ähnlichen Fällen es bei einer Ermahnung belassen hat. Hausberger ist auch bereit, sein Handeln zu korrigieren. Zahlreiche Priesterkollegen solidarisierten sich mit ihm.