Mit der Kraft der Gedanken lässt sich vieles, aber nicht alles meistern
Ausgabe: 2000/43, Bluthochdruck, Gesund bleiben,
24.10.2000
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Gesund, stressfrei, erfolgreich und glücklich sein, wer möchte das nicht?
Mit der Kraft der Gedanken lässt sich alles meistern. Was ist dran? Ist das so einfach?Die Einladung zu einem Kurz-Seminar über positives Denken eines Mental-Trainers mit dem Gedankengut von Dr. Joseph Murphy klang verlockend – die Veranstalter waren auf Österreich-Tournee. Joseph Murphy gehört so wie auch Norman Vincent Peale oder Dale Carnegie zu jenen Amerikanern, die die Theorie von in sich selbst begründeten Erfolgsstrategien vertraten. Ihre Bücher mach(t)en Millionengewinne.
Für die dazu befragte Ehe-, Familien- und Lebensberaterin Dr. Martha Schicho klingen viele der Problemlösungsstrategien der Nachfahren und Schüler der „Lebens-Gurus“, wie sie sagt, plausibel. Ein guter Ansatz sei die positive Sichtweise der Dinge. Es könne nicht schaden, sich manches bewußtzumachen, aber die Tücke liegt im Detail und die Lösungen sind oft recht vereinfacht. Der Weg zu Glück und Erfolg ist im wirklichen Leben für die meisten Menschen gewöhnlich mit viel mehr Steinen gepflastert als es die Erfolgsrezepte vorschlagen. In der Beratung erlebt sie immer wieder enttäuschte Anhänger der „Gewinner-Theorien“, die Versagergefühle haben, weil sich Erfolg, Reichtum und Glück nicht einstellen wollen.
Binsenweisheiten?
Was machen Gesunde, Reiche, Erfolgreiche anders?“ fragte der Referent. All die gutgekleideten, offensichtlich gutsituierten Seminar-Teilnehmer hingen dem Mann sozusagen an den Lippen bei seinen Erklärungen, wie man kraft der Gedanken sein Leben verändern könne. Einige der Aussagen und Ratschläge: „Leben ist Bewegung, Leben ist Lernen, lernen ist Leben. Lebe das, was du möchtest! Wer durch sein bisheriges Leben belastet ist, muss Neues wagen, sonst erstarrt er. Fange damit an, dein Leben in die Hand zu nehmen. Du selbst hast die Entscheidungsfreiheit, ´was zu verändern!“ Dazu gehöre zum Beispiel, sich der Stärken bewußt zu werden und alte Gewohnheiten zu durchbrechen.
Mit Vorstellungskraft
Leiden Sie an Geld-Mangel, Kunden-Mangel, Partner-Mangel? Dann haben Sie einen Phantasiemangel. Mehr Mut für neue Ideen! So einfach könnte es sein... wenn es so einfach wäre ...
Das Unterbewusstsein reagiert auf Überzeugungen. Daher sei es wichtig, die Vorstellungskraft mit gedanklicher Energie ins Positive zu lenken, anstatt im Negativen zu verharren. Da ist was dran: Anstatt sich zum Beispiel einzureden: „Ich habe keine Angst! ist es besser sich vorzusagen: Nur Mut, es geht gut!“ Negatives, wie Angst, Krankheit, lässt sich laut Murphy-Theorie konkret abbauen, indem man freundliche Gegenpole dazu sucht, die persönlich zusagen: Angst braucht . . . Vertrauen, Selbstbewusstsein, Freude, Mut – für jeden ist es etwas anderes. So träumten von der Spritze abhängige Zuckerkranke etwa von Freiheit.
Da werd’ ich einfach reich
Mit einem angestrebten Ziel vor Augen könn(t)en sie laut der Murphy-Strategien bald Millionär sein. Der Referent: „Jede bildhafte Vorstellung hat das Bestreben sich zu verwirklichen“. Sie brauchen sich also nur ein Ziel zu setzen und Sie erreichen es – angeblich.Martha Schicho rät auf dem Boden der Wirklichkeit zu bleiben: „Der Zuckerkranke braucht die Spritze – und so viele Millionen für sämtliche Möchtegern-Millionäre gibt es gar nicht!“ meint sie augenzwinkernd. Sie will damit sagen: „Praktikables aus den Vorschlägen herausholen, aber nicht blauäugig die ganze Hoffnung dransetzen, denn das könnte zu Enttäuschung führen!
Dr. Fanz Daringer, leitender Arzt des Kneipp-Kurhauses der Marienschwestern in Aspach
Bluthochdruck
Viele Erwachsene leiden unter Bluthochdruck. In den meisten Fällen verursacht er keine Beschwerden, weshalb viele Patienten die Gefährlichkeit unterschätzen und wichtige Medikamente nicht oder nur gelegentlich einnehmen. Nur zu einem kleinen Prozentsatz ist eine Ursache für Hypertonie feststellbar, überwiegend gibt es keine Ursache für das Entstehen, lediglich eine vererbte Neigung ist bekannt. Unbehandelter Bluthochdruck kann zu schwerwiegenden Spätfolgen bzw. Ereignissen führen. Das Herz wird auf Dauer überlastet und es kann zu einer Herzmuskelschwäche kommen. Bluthochdruck ist der wichtigste Risikofaktor für Angina pectoris, Herzinfarkt und Schlaganfall. Jahrelang schlecht behandelt ist auch ein Nierenschaden als Spätfolge möglich. Nicht jeder gemessene hohe Wert ist schon ein Hochdruck. Sehr oft reicht die Messung durch den Arzt in der Ordination, um kurzfristig einen höheren Wert zu bekommen. Am besten öfter kontrollieren lassen und auch daheim selber messen. Erst wenn die Mehrzahl der Kontrollen zu hohe Werte ergeben, muss behandelt werden. Die Grenzwerte sind neuestens bei 140 zu 80, darüber gibt es aber eine Toleranzzone bis 150 und 90. Ständige Werte darüber sind unbedingt zu behandeln. Hohe Werte über 180 sollten langsam gesenkt werden. Für die Therapie entscheidend ist die Änderung des Lebensstiles, weil übermäßiger Stress ein zusätzlicher Risikofaktor ist. Praktische Tipps dazu lesen Sie das nächste Mal!