Eine kleine Pfarre vollbringt ein großes Wunder: die 670 Katholiken von Schiedlberg (Dekanat Steyr) bauen in Klausenburg ein Behindertenheim.
Nach vier Jahren des Bettelns, Organisierens und unermüdlichen Einsatzes ist eine erste Etappe geschafft: Der Rohbau für 70 Behinderte ist fertig gestellt, die Kapelle bereits eingeweiht. Von den 2,8 Millionen Schilling Baukosten kommen 95 Prozent aus Schiedlberg.
Hilfe zur Selbsthilfe
Ein „Second Hand Shop“ in Klausenburg bildet das Rückgrat der Finanzierung des Behindertenheims. Gespeist wird der Laden mit gebrauchten Gegenständen aus Schiedlberg und umliegenden Gemeinden. Möbel, Hausrat, Schuhe, Kühlgeräte und Waschmaschinen aus Oberösterreich macht der Behindertenverein Klausenburg zu Geld. Seit Jahren pendelt zwischen Schiedlberg und Rumänien regelmäßig ein Lkw, der dafür sorgt, dass stets genügend Ware zur Verfügung steht. Zum großartigen Geschäftserfolg des Shops in Klausenburg tragen vor allem die Türen bei, die das Unternehmen Kunex aus Kematen/Kr. zur Verfügung stellt.
Unsicherheitsfaktor Inflation
Wegen der Inflation – im Vorjahr betrug sie 100 Prozent – sind die Kosten für die Fertigstellung des Heims schwer zu kalkulieren. Mitte des nächsten Jahres sollen aber die ersten Behinderten einziehen können, geben sich die Schiedlberger zuversichtlich. Das Haus wird nicht nur Behinderte beherbergen, es sollen auch Werkstätten, ein Zentrum für ambulante Therapien und eine Armenausspeisung entstehen. Die Behinderte Rozalia Tokay ist der Motor des Behindertenvereins: „Viele Leute sind verurteilt, in ihrer eigenen Wohnung wie Gefangene zu leben, weil sie sich keine Prothesen leisten können, Diesen Menschen wollen wir zuerst helfen.“Initiiert wurde das Projekt in Klausenburg von dem Gründer des Behindertendorfes Altenhof, dem Kamillanerpater Anton Gots.
Am 17. 11. 2000 um 20.00 Uhr, gibt die Gendarmeriemusik OÖ in der Pfarrkirche Schiedlberg ein Benefizkonzert für das Behindertenheim.