Die Solidaritätspreise der Kirchenzeitung wurden am 30. Oktober verliehen.
Ausgabe: 2000/45, Solidaritätspreis, Solidarität,
07.11.2000
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Gegen den Strom von Gleichgültigkeit und Ich-Bezogenheit schwimmen Gott sei Dank viele. Stellvertretend für sie zeichnete die Kirchenzeitung auch heuer wieder Einzelpersonen und Gruppen aus.
Es sind „Menschen, getragen von einem gemeinsamen Interesse, einer gemeinsamen Sorge für sich selbst, aber auch für das Wohl der Gemeinschaft.“ – Mag. Edeltraud Artner-Papelitzky nannte diese Haltungen Merkmale von Solidarität. „Solidarität“ war das Thema ihrer Rede beim Solidaritätspreis-Festakt. Für Mag. Artner-Papelitzky ist der Einsatz von Menschen gegen die Inbetriebnahme des Atomkraftwerkes in Temelin durch die Grenzblockaden ein Bild für diese Solidarität. Sie nannte ein zweites Beispiel für Solidarität: Das österreichische Gesundheitswesen. Diese stellte sie dem englischen gegenüber. Sie sei auf das österreichische Modell stolz, sagte sie, weil es keine Abspeisung von Einkommensschwachen mit einer drittklassigen medizinischen Versorgung gebe, weil es keine immensen Wartezeiten und keine „Rentabilitätsrechnung“ gebe, ob sich Operationen noch auszahlen. Diese Solidarität – zum gemeinsamen Guten beitragen – müsse sich Österreich bewahren. Die neun Solidaritätspreisträger (siehe rechte Seite) sind Beispiele, wie sehr Solidarität in unserem Land gelebt – sich gemeinsam sorgen, zusammenstehen und zum gemeinsamen Guten beitragen.
Viele knüpfen am solidarischen Netz
250 Vorschläge für Preiswürdige trafen im Rahmen des heurigen Solidaritätspreis-Nennverfahrens bei der Kirchenzeitung ein.
Die Vorschläge betrafen etwa 190 verschiedene Gruppen bzw. Personen. Neun von ihnen wurden schließlich von der Jury ausgewählt. Am 30. Oktoiber erhielten diese die Preise. Fast 400 Personen nahmen am Festakt im Landhaus teil. Mittlerweile ist dieser Ort Tradition geworden. Wir sind sehr dankbar, dass wir auf Einladung des Landeshauptmannes die Solidaritätspreise der Kirchenzeitung dort verliehen können. Landesrat Josef Ackerl trägt seit Jahren zur Dotierung des Preises bei. Auch die Spitzen der Politik und der Diözese nehmen alljährlich daran teil. Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer und Landesrat Josef Ackerl zeichnen nicht nur durch ihre Anwesenheit, sondern auch durch die aktive Teilnahme an der Übergabe der Preise die gelebten Beispiele von Solidarität aus. Es sind Beispiele, die vielfach abseits des Lichts der Öffentlichkeit geschehen.
Wir werden in den kommenden Monaten in loser Folge die Preisträger in Reportagen vorstellen. Der nächste Solidaritätspreis (2001) wird wieder zum 15. Mai ausgeschrieben. Schon heute laden wir alle Kirchenzeitungsleser/innen sehr herzlich ein, sich am Nennverfahren zu beteiligen.
Zitate zum Soli-Preis:
Mut „Die Preisträger sind Menschen, die Mut haben und Mut machen.“Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer
Blick für die Not „Ich danke denen, die den Blick haben für die Not der Mitmenschen ...“Generalvikar Mag. Josef Ahammer
Wichtig „Ich werde diese wichtige Initiative auch nächstes Jahr wieder unterstützen.“Landesrat Josef Ackerl
Begeisterung „So viele Leute, so tolle Menschen – da kann ich mich begeistern lassen.“Eine Teilnehmerin