Mit Lebensmittelpaketen verschenkt die Caritas Lebensmittel im vollen Sinn des Wortes: Wer sich Geld für Nahrungsmittel erspart, kann sich das eine oder andere Medikament leisten.
Eine Familie mit zehn Kindern in Bobruisk, Weißrussland. Der Vater ist Alkoholiker, die Frau arbeitet in einer Fabrik. Die Zwölf bewohnen ein kleines Holzhäuschen mit Vorraum und einem Zimmer, in dem drei Betten stehen. Da müssen manche auch auf dem Boden schlafen. Fließwasser gibt es keines. – Diese Familie hat in einem von der EU finanzierten Projekt ein 20-Kilogramm-Paket erhalten – Reis, Weizen, Mehl, Teigwaren, Konservendosen ... Noch einmal Weißrussland: Eine 86-jährige Frau hat gerade Besuch von ihrer Cousine erhalten. Wie diese war sie jahrelang in einem der Lager Stalins inhaftiert. Erst seit kurzem aber getrauen sich die beiden über diese Zeit zu reden. Lange wusste niemand davon, auch niemand in ihrer Pfarre. Heute bewohnt die alte Frau mit kleinster Pension eine Zwei-Zimmer-Wohnung, etepetete aufgeräumt. Auch sie erhielt ein großes Paket. Damals fragte sie, ob das Paket nicht jemand anderer bekommen hätte sollen, der es dringender braucht. Ihre Pension sei zwar klein, aber hungern müsse sie nicht. Mag. Waltraud Gugerbauer von der Caritas-Auslandshilfe hat sie in ihren Wohnungen einige Monate, nachdem sie die Pakete erhielten, aufgesucht. Frau Gugerbauer war bis zum Frühjahr 2000 einige Monate für die Caritas Linz in Weißrussland im Einsatz.
Kartoffel statt Brot
„Die Bedeutung solcher Pakete ist enorm“, sagt sie. Denn die Leute, die ein sehr geringes Einkommen haben, geben fast ihr ganzes Geld für Nahrung aus. Mit solchen Paketen bleibt ihnen Geld, das sie zum Beispiel für Medikamente einsetzen können. Das Durchschnittseinkommen in Weißrussland ist ungefähr 43 Dollar im Monat. Brot wurde massiv teurer – der Brotpreis stieg von 10 Cent auf 30 Cent. Wenn ein Pensionist 20 Dollar Einkommen hat, überlegt er sich, ob er Brot kaufen soll, und weicht auf Kartoffel aus . . . Diese Situation findet die Caritas in den Partnerdiözesen in Bosnien und Rumänien in ähnlicher Weise vor. Auch heuer will sie daher wieder mit Lebensmittelpaketen zu Weihnachten helfen. Ziel ist es, durch Spenden Pakete im Gesamtwert von ungefähr einer Million Schilling finanzieren zu können. Über die Kirchenzeitung (siehe beiliegenden Erlagschein) bittet die Caritas um Ihre Unterstützung. Die Waren werden zum Großteil hier in Österreich, zum kleineren Teil im Zielland selber eingekauft. Die örtliche Caritas von Alba Julia, Rumänien; Mostar, Bosnien; Minsk, Grodno, Pinsk sowie Witebsk, Weißrussland, verteilt die Pakete vor Weihnachten an Bedürftige. Ein Paket hat einen Wert von etwa 250 Schiling.
Unterstützt wird von der Caritas Linz auch das ökumenische Projekt im Kosovo von Diakonie, Benediktinerorden und Caritas: Unter Leitung von Karl Helmreich werden 60 Häuser in der Nähe von Pristina wieder aufgebaut. Versöhnung zwischen Albanern und Roma ist das Ziel, wenn gleich viele Häuser beider Volksgruppen in das Programm genommen werden.