In diesem Land sollen sich alle, die hier leben, wohl fühlen können.
Ausgabe: 2000/49, Pax Christi, Ausländer,
05.12.2000
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Im Schuljahr 2000/2001 besuchen rund 13.600 Schülerinnen und Schüler mit nicht deutscher Muttersprache die oberösterreichischen Pflichtschulen. Das sind ungefähr zehn Prozent aller Pflichtschüler. Sie kommen aus 48 verschiedenen Ländern. An vielen Standorten gelingt der gemeinsame Unterricht sehr gut. Integrationsprojekte haben daran einen wesentlichen Anteil. Die Schulpartner ergreifen viele Initiativen und helfen damit, Probleme zu bewältigen.Die Initiative „Land der Menschen – Aufeinander Zugehen OÖ“ zieht Zwischenbilanz. Sie wurde vor einem Jahr gegründet. Besonders wichtig sind Kontakte zu den Schulen. Diese werden ermutigt zu Projekten des Aufeinander-Zugehens. Landesschulrats-Präsident Dr. Johannes Riedl unterstützt die Initiative.Bischof Maximilian Aichern mahnt die Christen: „Der christliche Glaube ist mit jeder Form von Antisemitismus, Rassismus und Fremdenhass unvereinbar!
„Wir von Pax Christi sind überzeugt, dass die meisten Menschen überhaupt nicht von Natur aus gegen Ausländer eingestellt sind.“So lautet das Resümee von Severin Renoldner über den bisherigen Verlauf der Plakat-Aktion „Alle sind gleich – jede/r ist anders“. Diese wird gemeinsam mit Religionslehrer/innen in ganz Oberösterreich durchgeführt. Acht Schulklassen aus verschiedenen Orten haben je ein Plakat gestaltet, das Solidarität zwischen In- und Ausländern fördern will. Alle beteiligten Klassen verpflichten sich, bis Anfang Juli monatlich das neue Plakat in ihrer Umgebung anzuschlagen.„Ist Ausgrenzung in – Toleranz out?“, fragt die Initiative „Land der Menschen – Aufeinander zugehen OÖ“ zum Tag der Menschenrechte am 10. Dezember. Vor einem Jahr hat sich die Initiative gegründet. Zu den prominentesten „Schirmherren“ gehörten Bischof Maximilian Aichern, Superintendent Hansjörg Eichmeyer, Alt-AK-Präsident Fritz Freyschlag, KA-Präsidentin Margit Hauft und Alt-Landeshauptmann Dr. Josef Ratzenböck. Künftig soll verstärkt die Arbeitswelt eingebunden werden.In Österreich sollen sich alle, die hier leben, wohl fühlen können. Bischof Maximilian erinnert an das Schriftwort (Dtn 10,18f.): „Gott liebt die Fremden und gibt ihnen Nahrung und Kleidung. Auch ihr sollt die Fremden lieben, denn ihr seid Fremde in Ägypten gewesen.“ Die Kirchen, so Aichern, haben eine Verpflichtung, sich einzumischen. Die Sorgen in Bezug auf Einwanderung und Integration seien ernst zu nehmen. Dass aber Ängste bewusst geschürt werden, ist schärfstens zu verurteilen. Aichern äußerte die Sorge, dass ein Dammbruch passiert.