Für die erwachsenen Gottesdienstbesucher heißt es nach dem Evangelium Zuhören, die Kinder beschäftigen sich anstatt der Predigt malend mit der Frohbotschaft.
Ein Gebetbuch fällt polternd auf den Boden. Dann deutlich hörbar: „Wann ist es denn endlich aus?“ – Während der Predigt kleine Gottesdienstbesucher ruhig zu halten, bedeutet für die Eltern Stress. Nicht so in Bad Hall. Da dürfen die Kinder bei der sonntäglichen Familienmesse um 10.15 Uhr nach dem Evangelium die Bänke verlassen. Bereits vor dem Gottesdienst haben Pfarrschwester Marlene Zöttl, Christine Berth und ihre Tochter Nina Ausmalbögen verteilt. Die Motive beziehen sich auf den Bibeltext des jeweiligen Sonntags, sodass die Kinder schon bei der Verkündigung des Evangeliums ihr Bild als Illustration vor sich haben. Im Seitengang der Kirche stehen Farbstifte und Kartonunterlagen bereit. Zwanzig bis vierzig Kinder malen am Boden kauernd mit Begeisterung ihre Blätter aus. Jede der vier Malrunden wird von einer Helferin unterstützt, die auch dafür sorgt, dass die Kinder im Flüsterton ihre Wünsche nach Farbstiften aussprechen. Für die Schulkinder regt manchmal ein Lückentext zur weiteren Beschäftigung mit dem Evangelium an.Nach den Fürbitten gehen die Kinder zu ihren Eltern zurück. Fällt die Predigt kürzer aus, dürfen sie sich bis zum Heiliglied in ihre Arbeit vertiefen. Mitte September begann der „Maltisch“, manche Kinder haben keinen Sonntag ausgelassen und jedes Evangelienblatt in einer Mappe gesammelt Sr. Marlenes erstes Resümee: „Die Kinder haben ihre Freude an dem neuen Angebot und für viele Eltern ist der Gottesdienstbesuch kein Problemen mehr“.