Am kommenden Sonntag sammelt die Katholische Männerbewegung.
Ausgabe: 2000/50, KMB, Aktion, Sei so frei,
12.12.2000
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Mit der Aktion „Sei so frei“ – früher „Bruder in Not“ – tragen die Christen am 3. Adventsonntag zum Entstehen von größerer Gerechtigkeit auf der Welt bei.In den letzten drei Jahren hat sich das gesamte Spendenaufkommen in Österreich auf jetzt fast 6,8 Milliarden Schilling verdoppelt. Mit 531 Millionen Schilling erhält das Rote Kreuz davon den jährlichen Löwenanteil. Es folgt die Caritas mit 471 Millionen. Vorwiegend kirchliche Organisationen sammeln vor allem für Entwicklungsprojekte in den armen Ländern. Hier leisten die Katholische Männerbewegung mit SEI SO FREI, die Katholische Frauenbewegung mit dem Familienfasttag und die Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar Hervorragendes. Um den Spenderinnen und Spendern die Sicherheit zu geben, dass ihr guter Wille nicht ausgenutzt wird, soll ab 2001 in Österreich ein „Spenden-Gütesiegel“ eingeführt werden. Nur Organisationen, die ihre Daten offen legen, erhalten dieses.
„Niederlagen sind tödlich“
Aktion „Sei so frei“ unterstützt Bauerngruppen in Uganda
Am 17. Dezember sammelt die Aktion „Sei so frei“ in ganz Oberösterreich an den Kirchentüren für die „Dritte Welt“: Ein Schwerpunkt-projekt ist die Hilfe für Landwirte in Uganda.
Nur ein schmaler Fußweg führt von der Straße mitten durch Bananenplantagen zur Hütte von Bruno Bagambi. Dort lebt der junge Bauer mit seiner Frau und seinen zwei Kindern. Vor der Hütte liegt ein Tomatengarten, sein ganzer Stolz. Etwa 20 Meter im Quadrat ist das Feld groß, mit Hilfe des „Kitagwenda-Projekts“ ist ihm, einem Einsteiger in den Gemüseanbau, eine sensationelle erste Ernte gelungen.
Erfolge spornen an
Landwirtschaftsberater zeigten ihm, wie man Gerüste für die Pflanzen baut, und gaben einen kleinen Kredit für Spritzmittel, auf die man zur Zeit noch nicht verzichten kann. Mit dem Gewinn kaufte er sich eine Haue und ein Fahrrad, damit er die neuen Ernte rascher zum Markt transportieren kann. Seinen Herzenswunsch, das Grasdach der Hütte durch ein Blechdach zu ersetzen, hat er einstweilen zurückgestellt. Wichtig ist, dass er die Qualität seiner Tomaten steigern und noch ein Stück Land kaufen kann, denkt Bruno Bagambi vorerst an die Sicherung der wirtschaftlichen Existenz. „Das Beispiel der Familie Bagambi zeigt, dass man schon mit einer kleinen Hilfe viel erreichen kann“, erklärt DI Alban Dike. Der in Österreich ausgebildete Landwirtschaftsexperte berät 61 Gruppen von Kleinlandwirten in der Region Kitagwenda-Kabarole.
Hilfe vor Ort
„Niederlagen sind für Bauern in der sogenannten Dritten Welt tödlich“, so Dike. „Missernten oder Krankheiten bei Pflanzen und Tieren können Familien innerhalb Jahresfrist in den Ruin treiben.“ Damit die Familien in Kitagwenda sich eine wirtschaftlich tragfähige Basis aufbauen können, organisieren sie sich immer mehr in Gruppen. Zur Zeit bestehen 61 Initiativen mit 10 bis zu 25 Mitgliedern. Von Tipps zum Gemüseanbau über die Beratung bei der Schweinezucht bis zum Anlegen eines Kaffeegartens reicht die Palette der Hilfestellungen, die Dike mit seinem Team im „Kitagwenda Projekt“ anbietet. Dike: „Wir führen in der Region keine neuen Gemüsesorten oder Tierrassen ein, wir bemühen uns Bestehendes zu verbessern.“ Finanziert wird das Projekt von der Aktion „Sei so frei“ der Katholischen Männerbewegung. Im kommenden Jahr werden mit 201.00 Schilling die Abhaltung von Kursen und die Bezahlung von hauptamtlichen Mitarbeitern in Kitagwenda unterstützt.