Die kroatische Gemeinde in Vöcklabruck feierte 55-Jahr-Jubiläum
Ausgabe: 2000/51, Vöcklabruck
19.12.2000
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Gottesdienste in der Muttersprache sind für viele ein Stück Heimat in einem fremden Land.
Seit 55 Jahren feiert die kroatische Gemeinde in Vöcklabruck Sonntags-Gottesdienste in der Stadtpfarrkirche. Die kroatische Gemeinde ist die größte innerhalb der fremdsprachigen Seelsorge in der Diözese Linz.Insgesamt werden rund 25.000 Menschen betreut, die eine andere Muttersprache als Deutsch haben. Die Kroatische Seelsorge ist mit 10.000 Mitgliedern die größte. Sie ist durch den Krieg im früheren Jugoslawien in den letzten zehn Jahren stark gewachsen. Die Gemeinde funktioniert beinahe wie eine Ortspfarre – verteilt auf das Gebiet der ganzen Diözese.
Keine eigenen Kirchen
Die fremdsprachigen Gruppen haben keine eigenen Kirchen. Sie müssen ihre Feiern nach dem Programm der jeweiligen Ortspfarre planen. So wird etwa die kroatische Christmette in Linz-Kleinmünchen bereits um 21 Uhr gefeiert, weil um 23 Uhr die Mette der Ortspfarre beginnt. In Vöcklabruck gibt es keine Weihnachtsmette, weil der zuständige Priester nicht überall sein kann.Ankica Skarica lebt seit zehn Jahren in Vöcklabruck. Seit drei Jahren ist sie Pfarrgemeinderat in der kroatischen Gemeinde. Für sie hat die Kirche eine wichtige soziale Funktion. „Ich hab mir nie gedacht, dass so verschiedene Menschen zusammenkommen und sich so gut verstehen“, erzählt sie begeistert vom Zusammenhalt in der Gemeinde.Dass es diese Seelsorge gibt, wissen oft nur jene Gemeinden, in deren Kirche fremdsprachige Gottesdienste gefeiert werden. „Gemeinschaft zu schaffen ist unser Anliegen“, sagt Lászlò Vencser. Er ist für die Fremdsprachige Seelsorge in der Diözese zuständig und würde sich mehr Zusammenarbeit mit Ortspfarren wünschen. „Wir möchten nicht, dass eine Gruppe aus der Kirche hinausgeht und die andere hinein und keiner weiß etwas vom anderen.“