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Weihnachten im Kutscherhof

„Taxi Orange“ am Heiligen Abend: Live-Geburt im Hauptabendprogamm
Ausgabe: 2000/51, Taxi Orange, Kutscherhof, Weihnachten
20.12.2000
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Der Kutscherhof war 75 Tage Schauplatz für die Ereignisse rund um die ORF-Sendung „Taxi Orange“. Anfang Dezember ging die Serie zu Ende. Das nun leer stehende Gebäude und die Regie von TXO sind Hintergrund für die aktuelle Weihnachtsgeschichte mit mehreren Schlüssen.

Maria und Josef waren in der Großstadt Wien unterwegs, um eine Herberge zu suchen. Maria war hochschwanger und schon sehr müde, doch sie fanden nirgends eine Unterkunft. Überall wurden sie abgelehnt. Als es bereits dunkel geworden war, zeigte ihnen ein freundlicher Herr ein Quartier, das erst seit kurzem leer stand. So kam es, dass Maria und Josef in den Kutscherhof einzogen.

Der Quotenhit – Schluss 1

Maria und Josef fühlten sich wohl im Kutscherhof. Die beiden wechselten sich ab beim Taxifahren. Für Maria wurde es immer schwerer, doch eines Tages sagte Josef: „Hab noch ein wenig Geduld, bald sind wir zu dritt!“Einen Tag später gebar Maria das Kind und weil die Kameras noch liefen, übertrugen es die Kameraleute live in der Hauptsendezeit im Fernsehen! Da niemand in den Kutscherhof kommen durfte – auch kein Arzt, gebar Maria das Kind alleine. Maria und Josef waren glücklich über ihr erstgeborenes Kind und nannten es Orange.Und weil es so Sitte bei einem Fernsehunternehmen ist, bekamen sie zur Belohnung auch ein Haustier zu ihrer Unterhaltung. Weil die Einschaltquoten so gut waren, bekamen sie aber nicht nur eines, sondern gleich sieben Tiere! Sie bekamen eine Kuh, einen Esel und fünf Schafe. Maria und Josef nannten die Haustiere Magenta, Mama, Max, Walter, Sabine, Silke und Linda.
Da die Fernsehsendung immer beliebter wurde, durften auch drei neue Kandidaten einziehen. Es waren drei Weise aus dem Morgenland, die als Sieger aus einem komplizierten Auswahlverfahren hervorgegangen sind. Der erste hieß Caspar, er brachte Gold mit in die Wohngemeinschaft. Der zweite war Melchior, der Weihrauch mit in den Kutscherhof brachte, und der dritte hieß Balthasar. Er steuerte Myrrhe bei.Maria und Josef waren sehr glücklich in dieser Wohngemeinschaft. Sie hatten alle Hände voll zu tun. Weil die Sendung bei den Zusehern so gut ankam, musste keiner der Bewohner aus dem Kutscherhof ausziehen. Sie durften für immer in dem Haus bleiben und lebten dort glücklich, weil sie sich so gut verstanden.

Die Geburt live – Schluss 2

Noch am gleichen Tag, als Maria und Josef in den Kutscherhof einzogen, wurde das Kind geboren. Die Geburt wurde in der Zusammenfassung am Abend im Fernsehen übertragen. Die Einschaltquoten stiegen durch dieses Ereignis enorm.Als Belohnung durften nach einigen Tagen noch ein Ochse, ein Esel und einige Schafe in die Wohngemeinschaft einziehen. Die Kutscherhof-Leute und -Tiere verstanden sich prächtig und hatten viel Spaß miteinander. Doch am Samstag wurde es zum ersten Mal ernst: Die Zuseher hatten Maria zur Wohnungssiegerin gewählt.
Maria musste nun jemanden aus dem Kutscherhof rauswählen. Sie entschied sich nach langem Überlegen und furchtbar traurig für die Schafe. Sie meinte, dass die Schafe eigentlich nicht mehr in der Wohngemeinschaft leben wollten und „draußen“ bei ihrer Familie glücklicher sein würden. Jeden Samstag musste nun jemand aus dem Kutscherhof ausziehen, bis zuletzt nur noch Maria und ihr Sohn übrig blieben.
Der Kleine wurde schließlich zum Endsieger gewählt und gewann somit eine Million Schilling. Er spendete das Geld einer sozialen Einrichtung. So wurde er berühmt.

Der Schweifstern – Schluss 3

Maria und Josef lebten zu zweit im Kutscherhof und fuhren tagsüber Taxi. Leider passierten keine besonderen Höhepunkte für das Fernsehen und die Einschaltquoten sanken ständig. Da überlegte sich die Fernseh-Programmdirektorin etwas Neues: Für den Heiligen Abend bekamen Maria und Josef eine schwierige Wochenaufgabe. Diese lautete: Bastelt eine Sternschnuppe und hängt sie dann über dem Kutscherhof auf!Maria und Josef tüfftelten lange daran, wie die Sternschnuppe ausschauen sollte und entschieden sich für einen Schweifstern. Den Zusehern gefiel diese Abwechslung und die Einschaltquoten stiegen wieder. Die Wohngemeinschaft war damit perfekt. Maria und Josef lebten glücklich und zufrieden, und die Sendung heißt ab sofort: „Die Taxi-Unternehmer, die auf dem Weg nach Bethlehem hierher gestoßen sind“!

Der Einleitungstext und der erste Schluss der Fortsetzungsgeschichte stammen von Christoph Kleemayr, Religionslehrer aus Andorf im oberösterreichischen Innviertel. Schlusstext 2 und 3 haben Schülerinnen der vierten Klasse Hauptschule verfasst. Alle Texte wurden redaktionell leicht verändert.
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