Die Menschen im Ort verwalten ihre Kirche im Kirchenbauverein selbst
Ausgabe: 2001/01, Eidenberg, Untergeng,
02.01.2001
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Die Kirche in Untergeng isteine Filialkirche der Pfarre Eidenberg. Sie wird aber vom Kirchenbauverein verwaltet.
Anfang Dezember wurde der neue Altarraum in der Kirche Untergeng geweiht. Das schmiedeeiserne Speisegitter wurde entfernt, die Stufen zum Altar weiter in den Kirchenraum gezogen. Die Kirche hat nun einen Volksaltar.
Wunsch nach eigener Kirche
Die Kirche in Untergeng ist eine Filialkirche der Pfarre Eidenberg. Sie wurde 1953 der Aufnahme Mariens geweiht. Seit den späten 40er Jahren gibt es den Kirchenbauverein Untergeng. In der Chronik ist die Geschichte der Vereinsgründung sehr gut beschrieben. Die Bevölkerung hatte schon lange den Wunsch, eine Kirche im Ort zu bauen. Der Verein musste erst einen Priester suchen, der den Bau auch unterstützte. Der damalige Pfarrer von Hellmonsödt hat schließlich das Amt des Obmanns übernommen.Die Kirche wurde in den frühen 50er Jahren mit viel Eigenleistung erbaut. So wurden zum Beispiel die Ziegel in einer Lehmgrube in der Nähe der Kirche gebrannt. Es gibt auch eine Geschichte zum Bau: Ein Motorradfahrer ist bei den Maurern stehen geblieben und hat spontan mitgeholfen. Wie sich später herausstellte, war er kein Geringerer als Bischof Zauner von Linz.
Doch keine „echte“ Pfarre
30 Jahre lang war Pater Reinhold Rechberger von Stift Wilhering Seelsorger in Untergeng. Nun betreut die Pfarre Gramastetten den Ort mit. An jedem Sonn- und Feiertag wird in der Kirche Got-tesdienst gefeiert. Zum Unterschied einer „echten“ Pfarre gibt es in Untergeng keine eigenen pfarrlichen Gruppen. Obwohl Platz dafür vorhanden wäre. Neben der Kirche wurde 1967 ein Haus als „Jugendheim“ errichtet.
„Jugendheim“ macht Sorgen
Eine eigene Jugendgruppe gibt es heute nicht mehr. Die Erhaltung des Hauses ist für den Kirchenbauverein schwierig. „Die Spendenfreudigkeit ist hier nicht so groß wie für die Kirche“, erklärt Roland Arbeithuber, geschäftsführender Obmann des Vereins. Die Menschen würden darin weniger Nutzen für sich sehen.Die schlichte Gestaltung der Kirche wurde mit der neuen Einrichtung beibehalten. Die gesamte Elektroinstallation und die Beleuchtung wurden erneuert. Insgesamt betrugen die Umbau-Kosten rund 440.000 Schilling. Etwa ein Viertel davon übernimmt die Diözese, das Land Oberösterreich hat Unterstützung zugesagt.