Schwestern kümmern sich um die Ärmsten in der Ukraine
In Osteuropa stehen immer mehr Menschen vor ausweglosen Situationen
Ausgabe: 2001/02, Ukraine, Armut
09.01.2001
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Wohin soll man gehen, wenn man nichts mehr hat, jede staatliche Hilfe aber zusammengebrochen ist? Eine Überlebensfrage, die sich in Osteuropa immer mehr Menschen stellen müssen.
Eine Untersuchung mit dem Titel „Einkommen, Ungleichheit, Armut während des Übergangs zur Marktwirtschaft“ kommt zu dem Schluss, dass es vor 1989 in Osteuropa 14 Millionen Arme gegeben hat, 1994 aber 141 Millionen! Armut in Osteuropa bedeutet Verelendung. Pensionen und Gehälter werden oft nicht mehr ausbezahlt. Alkoholismus und Massenarbeitslosigkeit kommen dazu. Selbstmord steht gemeinsam mit Mord und Unfällen an zweiter Stelle der Todesursachen.Die Ukraine gehört zu den Ländern Osteuropas mit den schlechtesten wirtschaftlichen Daten. Während in Jahrzehnten kommunistischer Herrschaft christliche Werte untergraben wurden, tut jetzt die Armut das ihre hinzu. In dieser für viele verzweifelten Situation sind die Ordensschwestern wahre Hoffnungszeichen für die Menschen. Ihr Einsatz ist unauffällig und still, dafür aber lebensverändernd.
In einem Land praktisch ohne Sozialsystem gibt es viele Nöte, die nach helfenden Händen schreien: Kranke mit Medikamenten versorgen, alte Menschen besuchen und pflegen, Essen und Kleidung verteilen. Meist wissen die Schwestern nicht, wo sie beginnen sollen. Und doch haben sie einen Schwerpunkt ihres Dienstes: Sie wollen Kindern Liebe und Geborgenheit schenken. Denn die wirtschaftliche Not geht so weit, dass Kinder einfach ausgesetzt werden. Ihre Endstation sind dann staatliche Heime. Die Schwestern besuchen diese Heime und versuchen den Kindern über liebevolle Beziehungen christliche Werte, von denen sie vorher noch nie etwas gehört haben, näher zu bringen. Viele Orden bauen einfache Häuser am Land, in denen Kinder unter der Leitung der Schwestern ihre Ferien verbringen können. 1999 konnte „Kirche in Not/Ostpriesterhilfe“ 75 Projekte geistlicher Schwestern in der Ukraine finanziell tragen – in ganz Osteuropa waren es 252.
Wenn Sie mithelfen wollen, beachten Sie bitte den beigelegten Zahlschein oder nehmen Sie Kontakt auf mit „Kirche in Not/Ostpriesterhilfe“, Hernalser Hauptstraße 55, 1172 Wien, Tel. (01) 405 25 53.