Ausgabe: 2001/07, Kuchtova, Temelin, Atom, Mütter gegen Atomgefahr
13.02.2001
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Die Grenze ist erreicht, zürnen österreichische Atomkraftwerksgegner wegen mangelnder tschechischer Umsetzung des „Melker Abkommens“ zum AKW Temelin. Daher werden vom 16. bis 18. Februar wieder Grenzen nach Tschechien blockiert. Wir fragten Dana Kuchtova von den Südböhmischen Müttern gegen Atomgefahr (Kirchenzeitungs-Solidaritäts-Preisträgerin 1997), wie sie die Situation einschätzt. Wir hatten vergangene Woche mit den österreichischen AKW-Gegnern in Prag eine Pressekonferenz. Wir sagen: Wir haben alle Mittel ergebnislos ausgeschöpft und daher volles Verständnis für die Aktion. Wir haben das Gefühl, dass die tschechische Regierung viel aufs Spiel setzt, wenn sie für die Umweltverträglichkeitsprüfung eine Methode ins Auge fasst, die die Öffentlichkeit ausschließt und auch nicht verpflichtend wirkt. Ausländische Experten werden zudem nur Beobachter-Status bekommen. <Wird die Blockade auch von der tschechische Bevölkerung verstanden? Die Bevölkerung ist nur schlecht informiert, was den Hintergrund der Blockaden betrifft. So werden es wenige verstehen. Es wäre ganz wichtig, klar mitzuteilen, was es mit dem Melker Abkommen auf sich hat und was Tschechien bisher schuldig bleibt.
Dana Kuchtova von den Südböhmischen Müttern gegen Atomgefahr.