„Pfarrball für Kinder! Maskenzwang“ – Teresa, Michi und Jakob studierten das Plakat im Foyer des Pfarrheimes. „Prämiierung der schönsten Masken!“, las Michi laut vor. „Nichts für uns!“, meinte er.
Ratlosigkeit war auch den anderen zwei ins Gesicht geschrieben. „Sarah und Daniel, die werden sich sicher was Tolles kaufen dürfen – ein Pokemon-, Harry-Potter- oder Ritter-Kostüm!“ mutmaßte Jakob. „Aber wir? Da schaut es schlecht aus“, meinte Michi, indem er mit den Schultern zuckte. „So schnell geben wir nicht auf“, meinte Teresa, die ein Ideenbündel war und immer einen Ausweg wusste. „Was hast du vor?“, fragten die Freunde.
„Ihr werdet staunen! Kommt mit zur mir nach Hause!“, lud sie die beiden voller Tatendrang ein. Schon am Weg verriet sie ihre Idee. „Masken aus Papiersäcken sehen megacool aus! Wir gehen als Außerirdische!“, schlug sie vor. Daheim angekommen durchsuchte sie sogleich die Küchenlade, in der Papiersäcke aufgehoben waren. Drei weiße Papiertüten waren schnell gefunden, zwei mussten sorgfältig umgedreht werden, weil sie eine Aufschrift trugen. Mit Filzstiften und Wasserfarben wurden vorsichtig Gesichter aufgezeichnet. Nachher schmückten die drei die Gesichter mit grünen oder blauen Woll- und Papierhaaren, Bart und Fransen. Dann wurden die Augenöffnungen ausgeschnitten. Teresa und Jakob bastelten „Sender“ aus Papier. Michi bevorzugte zwei kleine Plastiklöfferl, die er an der Stirn mit Tixo befestigte.
Grüne und blaue T-Shirts würden sich bis Sonntag noch auftreiben lassen. Zum Kinderball erschienen dann die drei wie Gesandte von einer fernen Galaxie. Und – wer hätte das gedacht: Bei der Maskenwahl wurden die drei sogar Gruppensieger.